Die Kugelschreiber

mz_logo

Live
Dienstag, 8. Mai 2018 26° 2

Die Kugelschreiber Live

Alles rund um die Kugel am Regensburger Campus: Im MZ-Studenten-Blog berichten Studierende über aktuelle Ereignisse an den Regensburger Hochschulen, den täglichen Uni-Wahnsinn und das studentische Leben in der Domstadt.

    • Kugelsicher

    Langfinger auf dem Campus

    Diebstähle sind eine unterschätzte Gefahr auf dem Regensburger Hochschulgelände. Wir geben Tipps, wie man sich schützen kann.
    Wenn kein Spind mehr frei ist, müssen Studierende ihre Habseligkeiten offen vor den Lesesälen liegen lassen – auf eigenes Risiko. (Foto: Bastian Winter)
     
    Elena hat sich viel vorgenommen für den Tag. Das Staatsexamen rückt näher und der Lernstoff wird nicht weniger, deshalb will sie den Tag mit Pauken in der Bibliothek verbringen. Sie packt ihr Lernzeug in die Handtasche, die sie erst vor zwei Wochen zum Geburtstag bekommen hat. Sie riecht sogar noch ganz neu nach Leder.  
     
    Als Elena an der Bibliothek ankommt, ist es schon fast zehn Uhr. Sie geht gleich zur Lesesaal-Aufsicht. “Hallo, einen Spindschlüssel, bitte”, sagt Elena. “Da hätten Sie ein bisschen früher kommen müssen, die Schlüssel sind um zehn schon alle weg”, entgegnet die Dame hinter dem Tresen.
     
    Das passt ja wieder … Was mach’ ich denn jetzt?, fragt sich Elena sichtlich genervt. Zuhause lernen kommt nicht in Frage – zu viel Ablenkung. Einfach so vor der Bibliothek will sie ihre Tasche aber auch nicht liegen lassen. Vielleicht aber nur ganz kurz. Ihre Freundin Clara ist ja schon im Lesesaal und hat bestimmt einen Spind. Die könnte Elena suchen und fragen, ob sie ihre Tasche da mit reinstecken kann. Gedacht, getan: Elena lässt ihre Sachen kurz auf den Bänken vor dem Lesesaal liegen und sucht drinnen ihre Freundin. Nach nur zehn Minuten kommt Elena zusammen mit Clara zurück. Doch dann folgt der Schock: Sie kann ihre Tasche nicht mehr finden. Die Tasche, die ihr Mama erst vor zwei Wochen zum Geburtstag geschenkt hatte – die schöne braune Ledertasche mit den Quasten und dem silbernen Verschluss.
     
    Keine Panik! Vielleicht ist sie ja unter die vielen Jacken geraten. Nein, da ist sie nicht. Unter der Bank? Fehlanzeige! Elena wird hektisch und sucht zusammen mit Clara alles ab und fragt herum, ob jemand etwas gesehen hat.
     
    Nach einer Viertelstunde Suche geben Elena und Clara auf. Die Tasche bleibt unauffindbar – samt Handy, Laptop, Geldbeutel und Wohnungsschlüssel. Mit Claras Handy ruft Elena sofort bei der Polizei an und schildert was passiert ist. Die Polizistin am Telefon meint dazu aber nur: “Verschwundene Tasche an der Uni? Ja, das hatten wir in letzter Zeit schon öfter.”

    Studentin hat aus Zwang geklaut

    Die Situation ist leider weder ganz erfunden noch ungewöhnlich. Immer wieder verschwinden an den Regensburger Hochschulen Taschen, Jacken, Handys und andere persönliche Sachen.
     
    Vor rund einem Jahr gelang Polizei und Staatsanwaltschaft ein Ermittlungserfolg. Bei der Festnahme kam maßgeblich der Zufall zu Hilfe – und ein aufmerksames Opfer:
     
    Als am 17. Oktober 2015 vor dem Lesesaal der Rechtswissenschaft an der Universität eine Handtasche mit Lernunterlagen verschwand, lobte die Besitzerin, die die Unterlagen dringend brauchte, einen Finderlohn aus. Das Besondere daran: Wenige Zeit zuvor hatte ein Freund der Geschädigten das gleiche Problem. Auch seine Tasche war verschwunden, wurde ihm aber gegen Finderlohn zurückgegeben.
     
    Als der Bestohlenen auffiel, dass sich bei ihr die gleiche “Finderin” meldete, erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Diese begleitete sie dann am 27. Oktober 2015 zur Übergabe des Finderlohns. Dort tauchte erwartungsgemäß die Angeklagte auf und wurde zunächst von der Polizei kontrolliert. Dabei händigte sie den Beamten einen Studentenausweis aus, der ihr nicht gehörte. Die Polizisten nahmen die junge Dame in Gewahrsam. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurde dann ein erstaunlicher Fund gemacht.
     
    Die Polizei hatte schon Schwierigkeiten, das 16qm-Apartment im Regensburger Süden zu betreten. Gerade einmal 30 Zentimeter habe sich die Tür aufstemmen lassen. Ein Beamter schaffte es zwar sich in das Innere zu zwängen, kam dort aber auch nicht viel weiter. “Die Wohnung war circa einen Meter hoch mit Sachen gefüllt”, berichtete er. “Das Bett konnten wir nur durch Graben finden.” Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin gab er außerdem an, dass die Wohnung wohl nicht mehr bewohnbar war. “Die Sachen waren zu 90% unbenutzt und waren sogar noch etikettiert”, stellte er weiter fest.

    Tipps für den Bibliotheksbesuch

    Was aber kann man tun, damit man erst gar nicht zum Opfer eines Langfingers wird? In einer Rundmail an die Studierenden rief die Universitätsverwaltung zusammen mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz vor wenigen Wochen dazu auf, sich besonders vor Taschendieben auf dem Campus zu schützen. Dazu gab die Uni einige Tipps, die wir an dieser Stelle noch ergänzen wollen:

    Spinde nutzen

    Spinde sind relativ gesehen die sicherste Methode, um seine Habe gegen Diebe zu schützen. Dazu hat man im Grunde zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es vor jedem Lesesaal Leihspinde, die man für einen Tag kostenlos nutzen kann – jedoch nur solange der Vorrat reicht.

    Spinde wie diese gibt es zwar vor nahezu jedem Lesesaal, jedoch nicht unendlich viele. Die Leihspinde sind meist schnell vergriffen. (Foto: Bastian Winter)
     
    Wer auf Nummer sicher gehen will, hat aber sowohl an der Uni als auch an der OTH die Möglichkeit, sich einen Spind für das ganze Semester zu mieten. Die Kosten variieren zwischen fünf und zehn Euro pro Semester. Mehr Informationen zu den Mietspinden bekommt man an der Uni bei der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften bzw. der Fachschaft Mathe/Physik. An der OTH sind die Fachschaften für die Spindvergabe zuständig.

    Doch selbst wenn man einen Tagesspind bekommt oder einen Spind mietet, sollte man nie Wertsachen für längere Zeit dort eingesperrt lassen. Auch die Spinde können aufgebrochen werden und das Risiko eines Diebstahls liegt allein bei den Studierenden.

    Nichts zurücklassen

    Auch bei ganz kurzen Besuchen im Lesesaal – zum Beispiel weil man eine Freundin sucht – sollte man auf keinen Fall seine Habseligkeiten unbeaufsichtigt vor der Tür liegen lassen. Ein Diebstahl dauert nur wenige Sekunden und wenn man den Dieb nicht zufällig erwischt, ist es extrem unwahrscheinlich, seine Sachen jemals wieder zu bekommen.

    Eine Möglichkeit, seine Sachen mit in den Lesesaal zu nehmen, sind die sogenannten “Bib-Bags”. Das sind durchsichtige Tragetaschen aus stabilem Kunststoff, die es mittlerweile von verschiedenen Herstellern und in allen Formen und Größen gibt. Da die Taschen durchsichtig sind, ist es erlaubt, seine Lernmaterialien, Geldbeutel, Laptops etc. in der Tasche mit in den Lesesaal zu nehmen. So spart man sich auch das Umpacken aus der Tasche in den Spind und umgekehrt. Lediglich die Jacke muss weiter draußen bleiben. Der Preis für die Taschen rangiert zwischen zehn und 30 Euro.

    Wem das zu teuer ist, der kann auch auf einfache Einkaufstüten zurückgreifen, die man beim letzten Kauf vielleicht zufällig umsonst bekommen hat – nur durchsichtig muss die Tüte sein.

    Auf Wertsachen achten

    Auch abseits vom Besuch im Lesesaal gibt es natürlich das Risiko, Opfer eines Taschendiebs zu werden. Gefährlich kann es zum Beispiel werden, wenn man in der Mensa sein Handy in der Jackentasche lässt und diese über den Stuhl hängt. Oder wenn man seine Geldbörse auf dem Tablett liegen lässt und schnell noch Besteck holen geht. Für Taschendiebe ist das ein gefundenes Fressen. Diesen und ähnlichen Situationen kann man aber entgegenwirken, indem man Wertsachen wie Handys, Geldbörsen usw. immer nahe am Körper trägt und sie vor allem nicht unbeaufsichtigt lässt. Im Notfall können sicher auch Freunde kurz auf die Sachen aufpassen.

    Anzeige erstatten

    Wenn doch der Ernstfall eintritt und plötzlich Handy, Geldbeutel oder Tasche weg sind, ist es am besten, erst einmal Ruhe zu bewahren. Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Sachen wirklich gestohlen wurden, kann man zunächst im Fundbüro der Uni (Verwaltungsgebäude Zi. 0.03) nachfragen. Eventuell wurden die Sachen gefunden und dort abgegeben. Auch das Fundamt der Stadt Regensburg kann vielleicht weiterhelfen.

    Wenn das nicht der Fall ist, oder man sich sicher ist, dass man bestohlen wurde, sollte man dem Beispiel Elenas folgen und unverzüglich Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Die Polizei kann dann, wenn das Diebesgut wie im geschilderten Fall wieder auftauchen sollte, dieses zuordnen und dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben. Die für das Gelände von Universität und OTH zuständige Polizeiinspektion Regensburg Süd findet man im Minoritenweg 1, 93047 Regensburg (Telefon: 0941 506-2001) in der Nähe des Dachauplatzes.

    von Bastian Winter bearbeitet von Ronja.Bischof 11/21/2016 10:50:39 AM
    • Im Profil

    Wie Whatsapp, nur anonym

    Drei Studenten bringen in Regensburg einen neuen Messenger auf den Markt. Lime anonymisiert Sender und Empfänger.
    ‹Germanist Thomas Gilli (l.), Physik-Student Sebastian Sellmaier (M.) und der BWLer Korbinian Bachmaier (r.) wollen mit ihrem Nachrichtendienst Lime eine Alternative zu bestehenden Messengern bieten. (Foto: Wolf)
     
    Was passiert, wenn sich ein BWLer, ein Physiker und ein Germanist zusammentun? Genau: Sie gründen eine Firma und bringen ihre erste App auf den Markt. Die Studenten Korbinian Bachmaier (21), Sebastian Sellmaier (21) und Thomas Gilli (22) haben in Regensburg das Start-Up Circle Technologies Holding gegründet und mit dem Nachrichtendienst Lime gleich den ersten Erfolg verbucht. Die App soll als Gegenpol zu Social Media Plattformen wie Facebook & Co. fungieren, in denen vor allem diejenigen hervorstechen, die ihre Privatsphäre zugunsten des eigenen Narzissmus ausschlachten. Lime - kurz für "localized messenger" -- setzt sich diesem Trend entgegen: Der Dienst ermöglicht die anonyme Kommunikation von Menschen, die sich an einem bestimmten Ort aufhalten. Seit der Freigabe wurden bereits 5000 Nachrichten verschickt. Den ganzen Artikel könnt ihr hier lesen.
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 11/20/2016 8:52:56 AM
    • Zur Debatte

    Kleiner Mann - große Worte

    Dr. Gregor Gysis Vortrag an der Uni Regensburg war nach kurzer Zeit ausgebucht. Ob es sich gelohnt hat?
     
    Dr. Gregor Gysi bei seinem Vortrag "Die Europäische Union in der Krise". 
     
    Mittwochabend, 17.45 Uhr. Der Hörsaal H 24 war um diese Zeit selten so voll. Studenten, Eltern, Großeltern, Politikinteressierte haben sich diesen Abend freigenommen, um ihn zu sehen: Gregor Gysi, Abgeordneter im Deutschen Bundestag, Rechtsanwalt, Publizist. Das Thema des Abends: "Die Europäische Union in der Krise". Der studentische Verein "roots e. V." hat den Politiker aus Berlin eingeladen, um mehr über Gysis Einschätzung der Europapolitik zu erfahren.
     
    Gysi gegen den Rest
     
    "Ich war nicht bester Wahlkampfredner 2013, sondern bester Redner im ganzen Bundestag." Gysis Vortrag beginnt mit einer Richtigstellung der Begrüßungsrede vom Präsidenten der Uni, Prof. Dr. Hebel. Das Publikum lacht, applaudiert. Gysi ist da.
     
    Was er auch gleich klarstellt: Er war von Anfang an als einziger Abgeordneter des Bundestags gegen den Euro. Ein Binnenmarkt mit Binnenwährung und Ländern, die sich so stark unterscheiden wie Deutschland und Zypern, das könne ja gar nicht funktionieren! Der Euro kommt trotzdem und Jahre später auch die erste Krise. Gysis Lösungsvorschlag: Rettung von Sparanlagen der Bürger - die aber nicht so hoch sind wie seine und die des Uni-Präsidenten, Lohnerhöhung, bessere Rente und eine Schuldenkonferenz in der Eurozone.
     
    Der studentische Verein "roots e. V." gehört zum Lehrstuhl Volkswirtschaft und veranstaltet jedes Semester Vorträge zum Thema Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Namhafte Politiker wie Gerhard Schröder, Peer Steinbrück und auch Gregor Gysi sind dafür verantwortlich, dass die Veranstaltungen nach kurzer Zeit ausgebucht sind. Zur Zeit sind 15 Studenten aktive Mitglieder und bekommen Unterstützung von Alumni und Professoren.   
     
    Dexit?
     
    Unsozial, undemokratisch, intransparent, nicht nachhaltig: So beschreibt Dr. Gregor Gysi die Europäische Union. Und trotzdem will er nicht, dass die Mitgliedsstaaten den Schritt zurück zum Nationalstaat wagen. Man müsse aufpassen, dass nicht noch mehr Staaten den "Exit" wagen oder gar dazu gedrängt werden. "Es darf niemals ein deutsches Europa werden, sondern ein europäisches Deutschland", plädiert Gysi.
     
    Obwohl er gleich nach dem Vortrag weiter nach Frankfurt am Main musste, nahm sich Dr. Gregor Gysi noch die Zeit für ein Glas Sekt und stieß mit den Studenten an. 
     
    Viva la revolución
     
    Über 80 Prozent der Zuhörer waren Studenten, die Gysi immer wieder direkt angesprochen hat: "Es kann nicht sein, dass ich rebellischer bin als ihr alle zusammen. Es ist eure Pflicht, den Alten auf die Nerven zu gehen. Ihr müsst Druck machen, in die Medien kommen. Aber nicht, indem ihr Bierflaschen werft, das ist scheiße.
     
    Yann und Corbi studieren Deutsch-Französische Studien. Yann's Prognose: Nach dieser "genialen Rede" wird bestimmt 80 Prozent des Publikums die Linke wählen.  
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
    Caroline, Felicitas und David fanden den Vortrag sehr authentisch. Besonders gefallen hat ihnen, dass Gysi die jungen Leute direkt angesprochen hat.  
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
    Thomas und Simon studieren BWL im Master und haben sich besonders über die breit gefächerten Themenschwerpunkte gefreut. 
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
    Die Politikwissenschaftsstudenten Julia und Sebastian hätten sich gewünscht, dass Gysi noch mehr in die Tiefe geht, was wegen der fehlenden Zeit leider nicht möglich war. Trotzdem fanden sie den Abend sehr gelungen.  
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
    Felix und Sabrina waren sich einig: Gregor Gysi ist ein guter Redner und hat seinen Vortrag mit viel Witz gestaltet. Seine Einstellung zur Europäischen Union teilen die VWL-Studenten: man muss sie beibehalten. 
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
    Stefan promoviert gerade in VWL, Philipp hat gerade in Mathematik promoviert. Ihnen hat Gysis Vorstellung von Europa in 10 Jahren gefehlt, sie haben seinen Vortrag teilweise als zu visionär gesehen. Dass er auf das "Kränkeln" der SPD eingegangen ist, fanden sie positiv - so auch das Fazit des gesamten Abends. 
    von Ronja.Bischof 11/17/2016 11:04:00 AM12:04
     
     

    1 von 6

    Diese Woche ist es wieder so weit: Das beliebte Heimspiel-Filmfestival zeigt vom 16. bis 23. November in den Spielstätten Ostentor, Filmgalerie und den Kinos im Andreas-Stadel ausgewählte Kinofilme oder solche, die es nicht in die Kinos geschafft haben. Außerdem gibt es nicht-deutschsprachigen Filme aus über 20 Ländern  mit deutschen oder englischen Untertiteln. Den ganzen Artikel lest ihr hier.
    • Im Profil

    Kleptomanin an der Uni 

    Vor dem Lesesaal Mathematik an der Universität Regensburg weist ein Plakat auf Diebstahlgefahr hin. (Foto: Knobloch)
     
    Eine Studentin aus Kelheim steht ab Montag Morgen vor Gericht: Seit 2013 hat sie 19 Kommilitonen in der Bibliothek beklaut und dabei nicht mal vor Bewerbungsunterlagen und Arbeitszeugnissen Halt gemacht. Kurz darauf hat sie ihren Radius erweitert und auch außerhalb der Universität Dinge mitgehen lassen. In Geschäften hat sie versucht, geklaute Ware anschließend umzutauschen, um so zu Bargeld zu kommen. Vor Gericht wird nun geklärt, ob die Studentin unter einer Zwangsstörung und Kleptomanie leidet. Den ganzen Artikel findet ihr hier.
    • Zur Debatte

    Da sein ist alles?! - Die Debatte um die Anwesenheitspflicht kommt in Fahrt

    Zwangsweise im Kurs? Die Mehrheit der Studenten will das nicht länger akzeptieren. (Foto: Knobloch)
     
    Dienstagmorgen, 9:30 Uhr, Semesterbeginn. Als eine der letzten huscht eine junge Frau in den Kursraum meines Seminars und setzt sich nach vorne auf einen Platz in der ersten Reihe. Ihre Augen fixieren den Dozenten, der eben zur Tür hereinkommt, ihr Blick und ihre gehetzte Mimik zeugen davon, dass sie ihm etwas mitteilen muss, das ihr nicht ganz leicht fällt. Sie wirkt unruhig. Blickt immer wieder auf die Uhr an ihrem Handgelenk, zupft am Ärmel ihres Wollpullis. „Entschuldigen Sie“, wendet sie sich schließlich unseren Professor. „Ich hätte eine Bitte. Und zwar wollte ich fragen, ob es möglich wäre, am Seminar teilzunehmen, auch wenn ich jedes Mal eine Stunde früher gehen muss. Ab halb elf beginnt meine Schicht in der Arbeit. Ich bin auf den Job angewiesen, ich bin Mutter und habe ein Kind zu versorgen. Ich würde wirklich alles nacharbeiten, was ich in dieser Zeit im Kurs verpasse.“ Unser Dozent stutzt einen Augenblick. Doch was soll er tun? Eine Sonderregelung für eine Person würde bedeuten den Rest der anwesenden Studenten zu benachteiligen. Schließlich ringt er sich zu einem energischen Kopfschütteln durch. „Aber ich kann doch nichts dafür“, protestiert die junge Mutter. „Das ist jetzt schon das dritte Seminar, das ich nicht belegen kann, obwohl ich mich dafür angemeldet habe.“ „Sie würden den Stoff ohne Ihre regelmäßige Anwesenheit nicht bewältigen können“, entgegnet der Professor. „Glauben Sie mir, ich verstehe Ihre Situation, aber mir sind da die Hände gebunden.“ Viel Hoffnung, dass sich die Kurszeiten im nächsten Semester besser mit ihren Arbeitszeiten vereinbaren lassen, kann er meiner Kommilitonin dabei nicht machen. Als die junge Mutter eine Stunde später den Kursraum verlässt, um zur Arbeit zu fahren, steht die Zukunft ihres Studiums in den Sternen.

    (K)ein Studium für alle

    Im Moment scheint das Studium an unserer Regensburger Universität in der Tat wenig offen für unterschiedliche Lebensentwürfe. Hauptgrund dafür: Die umstrittene Anwesenheitspflicht, die seit dem Jahr 2012 bayernweit in 18 verschiedenen Studien- und Prüfungsordnungen festgeschrieben wurde.

    Wie aus einem Schreiben des Kultusministeriums hervorgeht, klaffen beim leidigen Thema „Anwesenheitspflicht“ Realität und gesetzliche Regelungen weit auseinander. Vom Ministerium festgeschrieben ist nämlich, dass die Anwesenheitspflicht – je nach Verankerung in der Prüfungs- und Studienordnung – nur für „Seminare, Projektseminare, Praktika (auch Laborpraktika), Übungen und Exkursionen“ infrage kommt. In diesem Fall ist es auch aus studentischer Perspektive sinnvoll, die verpflichtende Anwesenheit durchzusetzen, da es um Veranstaltungen geht, deren Inhalte man zuhause unter Umständen nicht nacharbeiten kann. Von offizieller Seite ist die Anwesenheitspflicht daher nur dann zulässig, wenn die Teilnahme der Studenten unmittelbar damit zusammenhängt, ob die anvisierten Kursziele erreicht werden. Ähnlich auch der Standpunkt der Universität Regensburg. In einer Sitzung des Fakultätsrats der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften am 18.05.2011 wurde festgelegt: Voraussetzung für ein fruchtbares Lernklima ist nicht das  zwangsweise Absitzen der Kurszeit, sondern das Eigeninteresse der Studenten am Dialog im Seminar.
    Laut Svenja Tikovsky, im Jahr 2015 an der Gründung des Arbeitskreises Freiheit im Studium beteiligt, sieht die Wirklichkeit an bayerischen Hochschulen anders aus. Viel zu oft würde die Anwesenheitspflicht „rechtswidrig“ in Studiengängen durchgesetzt, wo sie eigentlich gar keine Wirksamkeit besäße. Problematisch seien vor allem die von Dozent zu Dozent verschiedenen Regelungen bezüglich der Anwesenheit, sowie der aus den Fehlzeiten folgenden Konsequenzen. Die vielerorts mangelnde Begründung der Anwesenheitspflicht stelle ebenfalls einen Kritikpunkt dar. Dies alles fällt laut der Regensburger Universitätsleitung aber unter die Zauberformel „Freiheit der Lehre“. Während das Konzept also an anderen Hochschulen bereits wieder abgeschafft wird, transformiert es sich in Regensburg immer mehr von der Ausnahme zur Regel und breitet sich wie ein fächerübergreifender Schatten in den Hörsälen und Seminarräumen der Universität aus.
    Nachdem das Thema durch den Kommentar Professor Bierlings in der 21. Ausgabe der „Lautschrift“ im Sommer erneut aufflammte, veröffentlichte der Arbeitskreis Freiheit im Studium, kurz AK FriSt, seine Argumente gegen die Anwesenheitspflicht in einer Informationsbroschüre. Gefordert wird, dass das Konzept auch in der universitären Praxis eine Ausnahme bleibt. Als feste Regel ließe es sich nämlich gar nicht so umsetzen, dass es allen individuellen Problemfällen und Lebenssituationen gleichermaßen gerecht würde. In Zeiten von Lernplattformen wie GRIPS, auf denen sämtliches Kursmaterial zur Verfügung gestellt wird, sollte es grundsätzlich jedem, unabhängig von sozialem, finanziellem und familiärem Background,  möglich sein zu studieren und die Kurse zu besuchen, die er benötigt. Student ist schließlich nicht gleich Student. Ehrenamt, Nebenjob, Familie – all das berücksichtigt das Konzept der Anwesenheitspflicht nicht. Für Studentinnen, wie die erwähnte Kommilitonin, die Mutter und daher darauf angewiesen ist, Geld zu verdienen, bedeutet die Anwesenheitspflicht nicht weniger, als dass sie möglicherweise überhaupt nicht mehr weiterstudieren kann.

    Anwesenheitspflicht täuscht über mäßige Lehrveranstaltungen hinweg

    Der Arbeitskreis Freiheit im Studium betont, dass die mittlerweile in vielen Veranstaltungen durchgeführte Anwesenheitspflicht in erster Linie als „kosmetische Maßnahme“ der Universität fungiert. Höheren Lernerfolg garantiere sie nach Aussagen des Kultusministeriums jedenfalls nicht. Eine Umfrage unter Regensburger Studenten im Sommersemester 2016 kam zu einem ganz ähnlichen Ergebnis: Ganze 78,3% der befragten Studenten empfanden die Anwesenheitspflicht nicht als sinnvoll, um die Qualität der Kurse zu optimieren. Stattdessen fanden Forderungen nach einer didaktisch ansprechenderen Kursgestaltung großen Anklang (64,9 %), nach kleineren Teilnehmerzahlen (45,6 %) und intensiverer Wissensvermittlung (39,2 %) – eigentlich ein deutliches Zeichen an die Universität, ihren Standpunkt zu überdenken und künftig dort anzusetzen, wo es wirklich notwendig wäre. Diesbezüglich sei aber nichts geplant. Durch die Anwesenheitspflicht wird also lediglich dafür gesorgt, dass die Studenten in ihre Kurse gehen müssen – ob sie nun können oder nicht. Patrick Weißler, Referent für Hochschulpolitik im AStA der Universität Regensburg, bezeichnet diesen Zustand als „didaktisches Desaster“. Er plädiert darauf, die Fronten zu enthärten und einen gemeinsamen Konsens zu finden, insbesondere in Bezug auf eine attraktivere Gestaltung der Kurse.
    Diejenigen, die sich gegen die Anwesenheitspflicht an Hochschulen aussprechen, betonen an diesem Punkt, dass es nicht um einen Freibrief gehe, nicht mehr an der Uni erscheinen zu müssen – sehr wohl aber gehe es darum, den Studierenden, die ohne Selbstverschulden bestimmten Kursen fernbleiben müssen, einen individuellen Studienplan zu ermöglichen, ohne dabei ihr Studium zu verzögern. Der Widerstand vieler Studenten gegen die Anwesenheitspflicht scheint zunächst bei vielen Nicht-Betroffenen zweifelhafte Vorurteile gegen Studenten zu bestätigen – die Debatte birgt jedoch eine weit tiefere Dimension: Es geht um studentische Selbstbestimmung. Und darum, die Freiheit zu besitzen, sein Studium so zu absolvieren, wie es am besten zu den jeweiligen Lebensverhältnissen passt.

    Das denkt eine Regensburger Studentin darüber …

    Ich selbst verstehe, dass es für einen Dozenten ernüchternd ist, einen halb leeren Kursraum vorzufinden, versuche deswegen allein schon aus Gründen des Respekts gegenüber der Lehrperson, in meinen Seminaren anwesend zu sein und bin auch prinzipiell Befürworterin einer regelmäßigen Teilnahme, um möglichst viel aus den Veranstaltungen mitzunehmen. Dabei geht es mir aber weniger um das „prüfungsrelevante“ Wissen, als vielmehr um die verschiedenen Sichtweisen auf ein Thema, welche sich erst in der Diskussion mit den Kommilitonen im Kurs offenbaren.  Meiner Ansicht nach sollten die Kurszeiten an der Hochschule, ergänzend zum Selbststudium zuhause, vor allem als Plattform für den intellektuellen Austausch dienen. Die Betonung liegt auf dem Wort „ergänzend“.
    Nach schulischer Manier vorschreiben lassen, wann ich zu welchem Kurs erscheinen muss, will ich mir als mündige Erwachsene nämlich nicht. Und von der Anwesenheit abhängig gemacht werden, sollte das Bestehen eines Kurses ebenfalls nicht. Hinzu kommt, dass auch ich während meiner 5 Semester an der Universität Regensburg bereits des Öfteren feststellen konnte, dass Anwesenheitspflichten in Veranstaltungen durchgesetzt wurden, in denen dies ganz offensichtlich keinen Sinn machte. In Veranstaltungen, die zu 95 % nur aus dem Vorlesen von GRIPS-Folien bestanden, beispielsweise. Es ist meiner Meinung nach nicht nur traurig, erwachsenen Menschen, die sich nach dem Abitur freiwillig für ein Studium entschieden haben, nicht zuzutrauen, zuhause eigenständig Folien durchzuarbeiten – es ist im Grunde nichts anderes als eine Bevormundung, ein Mittel Studenten unter Druck zu setzen.
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 11/12/2016 2:35:57 PM

    Das Campus-Dinner kommt wieder nach Regensburg

    Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen -- aus diesem Grund findet auch in diesem Semester wieder das Regensburger Campus-Dinner statt. Ob es beim gemeinsamen Kochen und Essen zwischen einigen wirklich "funkt" bleibt fraglich -- eine Freundschaft ist aber allemal drin. Genau das ist auch der Grundgedanke hinter dem Event, welches am Donnerstag, den 01. Dezember 2016, wieder in der Domstadt stattfindet. Ziel ist es, Studenten verschiedener Fachrichtungen zusammenzubringen und vor allem Neu-Studenten und jungen Leuten, die gerade erst nach Regensburg gezogen sind, ein besseres Kennenlernen ihrer Kommilitonen zu ermöglichen. Von der Vorspeise über den Hauptgang bis zur abschließenden "After Dinner Party" haben die Teilnehmer die Möglichkeit insgesamt 12 andere Studenten kennenzulernen. Das Campus-Dinner startet um 17:30 Uhr mit der Vorspeise, dann geht es im Zweistundentakt weiter zu Haupt- und Nachspeise. Für jeden Gang ist jeweils ein Kochteam aus 2 Personen zuständig. Jeder der 3 Gänge wird also in einer anderen Wohnung oder WG eingenommen -- im Laufe eines Abend kommt man also locker einmal durch alle Regensburger Stadtteile. Im Anschluss daran geht es gegen 22:30 Uhr gemeinsam in eine Bar und anschließend weiter in eine Diskothek. Dort treffen alle Teilnehmer wieder aufeinander. Auch Getränke-Specials werden hier geboten. Die Teilnahme ist immer nur in Zweierpärchen möglich und kostet pro Person 6 Euro. Wer keinen Kochpartner zur Hand hat, hat hier die Möglichkeit Mitstreiter zu finden. Wer dann letztlich welchen Gang des Menüs übernimmt, wird den Kandidaten bis 30.11.2016 per E-Mail mitgeteilt. Bewerben kann man sich bis zu zwei Tage vor dem Event auf der Homepage des Campus-Dinners -- allerdings gilt es trotzdem, sich mit der Anmeldung nicht zulange Zeit zu lassen. Es heißt schließlich: "Wer zuerst kommt, malt kocht zuerst!"
    Anmelden könnt ihr euch hier!
     
    Am 01. Dezember 2016 haben Regensburger Studenten beim gemeinsamen Essen die Möglichkeit, nette Bekanntschaften zu schließen. (Foto: Rudrof)
     
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 11/12/2016 1:48:57 PM

    Spaces + Nature 2016: Kreative Köpfe stellen aus

    Von 18. November 2016 bis 05. Februar 2017 kommen Kunstinteressierte in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel" voll auf ihre Kosten. Bestaunt werden können Werke Regensburger Kunststudierender und Lehrender zum Thema "spaces+nature". (Foto: Moosburger)
     
     
    Am Donnerstag, den 17. November 2016, geht die Ausstellungsreihe "spaces" unter dem diesjährigen Titel "spaces+nature" in eine neue Runde. Das Projekt wird seit dem Jahr 2011 vom Institut für Kunsterziehung der Universität Regensburg organisiert und beinhaltet sowohl Ausstellungen, als auch Thementage und Seminare zu verschiedenen künstlerischen Bereichen am Institut. Übergeordnet ist der Themenkomplex "Räume", welcher von Mal zu Mal durch bestimmte Schwerpunkte spezifiziert wird. Wie der Titel "spaces+nature" vermuten lässt, geht es in diesem Jahr "um das Spannungsfeld zwischen gewachsenen und gebauten Naturräumen". Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag mit einer Vernissage in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel", im Zuge derer die Werke Regensburger Studierender und Lehrender präsentiert werden. Ab 18. November ist die Ausstellung dann auch für den Publikumsverkehr frei. Bis zum 05. Februar können Interessierte von 10 bis 16 Uhr (dienstags bis sonntags) verschiedene Facetten von Raumdarstellungen begutachten. Der Eintritt kostet regulär 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro und Familien zahlen 10 Euro. Am ersten Sonntag des Monats ist der Eintritt jeweils kostenfrei.
    Weitere Informationen zum Projekt der Regensburger Nachwuchskünstler findet ihr hier und auf der Seite der Universität Regensburg, sowie des Instituts für Kunsterziehung.
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 11/12/2016 12:28:59 PM

    Parlez-vous français? 

    Englisch kann jeder. Doch wie sieht es mit Französisch, Spanisch, Türkisch oder Russisch aus? 

    Das Sprachcafé des studentischen Vereins "uM die Ecke" trifft sich jeden ersten und letzten Dienstag im Monat in der Alten Mälzerei. Die Mitglieder sind deutsche, französische und türkische Studenten, die Gespräche auf ihrer Muttersprache anbieten. Für alle Sprachen, die kein Mitglied beherrscht, gibt es Sprachanimateure, die unter anderem Russisch, Arabisch oder Italienisch sprechen. Zur besseren Orientierung steht auf jedem Tisch eine Fahne des jeweiligen Landes, dessen Sprache gesprochen wird. Ob Erasmus-Studenten, die Gleichgesinnte finden wollen, Studenten, die eine neue Sprache gelernt haben oder Erwachsene, die das Schulfranzösisch mal wieder auffrischen wollen - für jeden ist etwas dabei. Sogar Gebärdensprache. An diesem Tisch finden sich auch diejenigen wohl, die die Sprache neu lernen möchten. 
    Am 25. Oktober waren knapp 200 Besucher da, 15 Sprachen wurde gesprochen, darunter auch Ungarisch, Tschechisch, Portugiesisch und Finnisch.
     
    Immer auf dem neusten Stand
    Die Mitglieder von "uM die Ecke" informieren interessierte Studenten auf Facebook über die Sprachen, die beim nächsten Treffen angeboten werden. Deine Sprache ist nicht dabei? Kein Problem - melde dich einfach bei der Organisation und beim nächsten Mal gibt es auch einen Tisch für dich. Muttersprachler musst du dafür nicht sein, du solltest dich aber schon auf der Sprache verständigen können.
    Für alle, denen nach kurzer Zeit die Gesprächsthemen ausgehen, liegen Länderspiele und Rätsel bereit.
    Der Eintritt zum Sprachcafé ist frei, der Verzehr von günstigen Getränken und warmen Mahlzeiten ist erwünscht.

    Psychologie-Studenten laufen Sturm

    Vollzeit-Ausbildung und Nebenjob, um über die Runden zu kommen - viele Absolventen der Psychologie-Studiengänge bringt das an ihre Grenzen. (Foto: Ramona Rangott)
     
    Gestern wurde es laut am Haidplatz: Psychologiestudenten und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiAs) protestierten in der Regensburger Innenstadt lautstark gegen die Ausbildungsbedingungen von angehenden Therapeuten. Sie arbeiten ohne Lohn, müssen die Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen und werden vom Gesetz als Praktikanten herabgestuft. Den Artikel zur Demonstration lest ihr hier.
    • Hörsaal
    "Jetzt bin ich doch tatsächlich Student ..." -- so oder so ähnlich werden einige Erstis am vergangenen Dienstag, den 08.11. 2016, gedacht haben, als sie im Audimax der Universität Regensburg feierlich vom Uni-Präsidenten Prof. Udo Hebel willkommen geheißen wurden. Von den insgesamt 3322 Neu-Studenten ließen sich 900 den Festakt nicht entgehen. Hier wurden die Studienanfänger nicht nur mit wertvollen Informationen fürs Studium gespeist, sondern auch viele andere Möglichkeiten erörtert, die sich einem als Student auf dem Uni-Campus der Domstadt bieten. Von ehrenamtlichem Engagement bis zum Uni-Orchester steht den Erstsemestern immerhin eine breite Palette an Angeboten offen. Den ganzen Artikel zur Erstsemester-Begrüßung findet ihr hier.
    • Im Profil

    Ein Tatort-Experte an der Uni Regensburg

    Seit rund 20 Jahren gehört Dr. Hendrik Buhl, Akademischer Rat an der Universität Regensburg, zum Stammpublikum der Kult-Krimireihe "Tatort". Jedes Jahr bietet er für Studenten der Medienwissenschaft ein "Tatort"-Seminar an, indem eingefleischte Fans Entwicklung, Geschichte und Charakteristika der erfolgreichsten deutschen Krimisendung erarbeiten. Im Zuge der 1000. Folge, die am Sonntag über die deutschen Fernsehbildschirme flimmert, interviewte MZ-Reporterin Isolde Stöcker-Gietl den Tatort-Experten. Den Artikel dazu findet Ihr hier.
    von Philipp Breu bearbeitet von Ronja.Bischof 11/10/2016 3:30:15 PM
    • Kugelsicher

    Ein Uniwechsel will geplant sein

    Studienort am falschen Platz? Wer über einen Wechsel nachdenkt, sollte sich vorher erkundigen, welche Leistungen anerkannt werden. (Foto: Oliver Berg)
     

    Du bist nicht mehr zufrieden mit deinem Studium und möchtest die Uni wechseln? Seien es deine geänderten Interessengebiete innerhalb des Studiums oder Fachgebiete, auf die du dich spezialisieren möchtest, die aber auf deiner Universität nicht vertreten sind. Um diesen Schritt zu gehen, solltest du rundum informiert sein. Hier findest du Tipps und Antworten auf Fragen, die den Uniwechsel betreffen.

    von bianca.bartosz bearbeitet von Ronja.Bischof 11/10/2016 5:00:00 AM
    • Zur Debatte

    Wie Regensburger Studenten auf Trump reagieren

    Die akademische Wahlparty der Fachschaft Politikwissenschaft war anfangs sehr gut besucht: Der Audimax war voll. (Foto: Ronja Bischof)
     
    Die US-Wahlen sind vorbei und die Entscheidung ist gefallen: Donald Trump zieht ins Weiße Haus ein. Wie die Stimmung auf der "Akademischen Wahlparty" an der Uni war und wie die Regensburger auf Trump reagieren, lesen Sie hier.
     
     
    von Sabrina Beer bearbeitet von Ronja.Bischof 11/9/2016 2:10:40 PM


    Ob Trump Touchdown, Hillary Fizz oder - für die Unentschlossenen - Independent Solero: Nicht nur auf der Getränkeliste ist heute Abend für jeden was dabei. Die Stimmung auf der akademischen Wahlparty ist top. Jetzt heißt's nur noch abwarten, wer ins Weiße Haus einziehen wird.

    Matthias Weierer ist 26 Jahre alt, in Regensburg geboren und aufgewachsen und absolviert zurzeit ein Masterstudium (Master of Public Administration) an der Columbia University in New York. Dies ist sein erster Gastbeitrag für den Kugelschreiber.
     

    Studieren in den USA: Der Kampf um politische Korrektheit, Diskriminierung und Meinungsfreiheit

    Über eine „Debatten-Polizei schrieb Anfang dieses Jahres ein Professor einer amerikanischen Universität. Darin beschwert sich der Autor über eine Kultur politischer Korrektheit, die jeglichen offenen Diskurs zunichte macht. Er beschreibt einen überhitzten Kampf gegen allgegenwärtigen Rassismus, Sexismus, „rape culture“, Klassismus, Heterosexismus und gegen jede mutmaßlich privilegierte Bevölkerungsgruppe. Aus Angst vor regelrechten „Hexenjagden“ möchte er lieber anonym bleiben.

    Ähnliche Beiträge erschienen in den letzten Monaten in vielen amerikanischen Zeitungen. Angesichts dieser Artikel habe ich mich bereits lange Zeit vor meinem Auslandsaufenthalt in den USA gefragt, wie die Studentenkultur diesbezüglich sein würde. Werden kontroverse Debatten über die ethnischen Spannungen möglich sein oder verletzt das viele sogenannte „safe spaces“ auf dem Campus? Kann ich einen blöden Witz erzählen ohne vorher eine „trigger warning“ ausgesprochen zu haben? Kann ich mich laut über etwas beschweren oder bin ich dann sofort der „hate speech“ überführt? Und ist die Frage nach der Herkunft meiner Kommilitonen schon „microagression“? Alle vorherigen Berichte lassen auf jeden Fall übles erahnen: Wer asiatische Gerichte anbietet, macht sich schnell der „kulturellen Aneignung“ schuldig. Shakespeare soll im Unterricht nur noch mit vorheriger Trauma Warnung (sogenannte „trigger warning“) behandelt werden. Halloweenkostüme wie Indianer, Mexikaner oder Samurai sollen verboten werden und sind schon längst nicht mehr akzeptiert. Meine jetzige Universität in New York lieferte mit dem Fall um die Matratze der Emma Sulkowicz in Bezug auf Sexismus und „rape culture“ eines der umstrittensten Beispiele. Weniger ernste, aber umso kuriosere Geschichten werden hier weiterhin am Fließband produziert, wie beispielsweise der Fall von Ben Sweetwood, der für den Satz „I am handsome“ vom Büro für Gender-Fehlverhalten gemaßregelt wurde.

    Mit diesen Geschichten im Hinterkopf ging ich also meinen Auslandsaufenthalt an. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Trotz all dieser Vorfälle kann man in New York auch als weißer, heterosexueller, normal-gewichtiger Cis-Mann, der auch sonst keiner besonders schützenswerten Minderheit angehört, ausgesprochen angenehm leben, studieren und Spaß haben. Doch das Gelesene holte mich bereits lange vor der Abreise ein: Wie jeder Student wurde ich per E-mail aufgefordert, zwei mehrteilige Online-Tutorials zu den Themen interkulturelle Akzeptanz und sexuelle Vielfalt zu absolvieren. Während das eine relativ schnell erledigt war, quälte ich mich bei Letzterem durch zig Fallstudien und Quizzes (Beispiel: „Sind sie ein guter Zuhörer?“-Test). Nachdem ich nach zwei elend langen Stunden endlich die letzte Einheit absolviert hatte, erwartete meinen Galgenhumor die freudige Nachricht: „Glückwunsch! Den Link zu Teil II schicken wir ihnen in wenigen Wochen.“ Meine Vorfreude hielt sich erwartbar in Grenzen.

    Damit war ich vorgeprägt für die Orientierungswoche und tatsächlich wurde ich auch nach meiner Ankunft in New York nicht verschont: Das Kennenlernprogramm beinhaltete ein interkulturelles Kompetenztraining sowie einen Workshop zum sexuellem Umgang miteinander. Beinahe jede Information, die wir erhalten, ist von Hinweisen zu Antidiskriminierungsmaßnahmen gespickt und bereits der erste Redner pries unsere Fakultät als „safe space“, also als Schutzraum vor Diskriminierungen. Selbstverständlich bietet auch die Studienordnung einen Schwerpunkt in Gender Policy. Bereits wenige Tage nach Semesterbeginn erhalte ich wie alle Neulinge die verpflichtende Einladung, an der „Sexual Response Initiative“ teilzunehmen, was mir wahlweise einen weiteren Workshop oder eine Podiumsdiskussion einbrockt.

    Auch der Alltag ist geprägt von Debatten um Diskriminierung. Rassismus ist wohl der am häufigsten verwendete Begriff, der in alle Richtungen schwirrt und durch die inflationäre Benutzung eher zur hohlen Floskel als zur Brandmarkung von wirklich herabsetzendem Inhalt wird. Eine Episode um die berühmten Halloweenkostüme durfte ich beispielsweise ebenfalls erleben, allerdings war ich weniger empört, sondern hatte eher Mitleid mit dem chinesischen Studenten, der mit wüsten Worten von der Party verjagt wurde, weil ein Sombrero auf dem Kopf eines Nichtmexikaners von einigen wenigen, aber lauten Studenten als unerhörter Fall von Rassismus angesehen wurde. In diesem Moment war ich wirklich froh, in meiner bayerischen Lederhosen auf der Party zu sein. Man weiß ja schließlich nicht, wie mir das Tragen einer amerikanischen Jeans ausgelegt worden wäre.

    Dieser Kampf auf dem Campus gegen jede privilegierte Schicht und gegen die Diskriminierung sämtlicher Minderheiten oder marginalisierten Gruppen, die eigentlich alle aufgrund ihrer Anwesenheit in dieser übertrieben teuren Universität selbst äußerst privilegiert sind, lähmt leider einige dringend notwendige politische Diskussionen: Denn die Probleme sind ja da. Jeder, der etwas länger in den USA lebt, erkennt, dass Chancengleichheit ein weitgehend leeres Versprechen ist, andererseits aber auch, dass eine ehrliche Debatte um illegale Migration und vor allem Integration notwendig wäre und bisher nicht stattfindet. Der Kampf wird von polarisierten Lagern ausgetragen: Auf der einen Seite die beschriebene Studentenbewegung, auf der anderen Seite inzwischen eine korrektive Gegenbewegung und, deutlich weniger lösungsorientiert, Populisten wie der republikanische Präsidentschaftskandidat.

    Da ich nicht sehe, wie die Beseitigung dieser Missstände mit der Aushebelung der Unschuldsvermutung und dem Vorzug des Gefühls über dem Argument zu beheben ist, empfinde ich das Aufkommen rationaler Kritik als ermutigend. Damit ist selbstverständlich nicht der Wahlkampf von Donald Trump gemeint, der für zugrunde liegenden Probleme nun wirklich nicht viel Interesse übrig zu haben scheint. Trotzdem scheinen einige Initiativen aus dem konservativen Spektrum zu kommen. Aber auch aus libertären Kreisen und besonders aus der Professorenschaft kommt Widerstand gegen die Political-Correctness-Bewegung.

    An der Spitze steht die Universität von Chicago, die ihren neuen Studenten als Begrüßung gleich eine Klarstellung sendete. Darin bekräftigt die renommierte Institution ihr Bekenntnis zur offenen Debatte und spricht sich gegen trigger warnings und safe spaces, „in denen sich Individuen vor Ideen und Ansichten verschanzen können, die nicht der ihren entspricht“, aus. „Gastredner werden nicht wieder ausgeladen, weil ihre Forschung kontrovers ist“, heißt es weiterhin.

    In New York wurde letzte Woche eine dieser umstrittenen Gastredner eingeladen. Die bekannte Philosophin Christina Hoff Sommers sollte über Feminismus und Diskriminierung sprechen. Ich war erstaunt mit welch frenetischem Jubel jemand von Studenten empfangen wird, der gegen eine weit verbreitete Studentenbewegung kämpft. Trotz ihrer teils populistischen Ausführungen, empfand ich es auch als befreiend, als sie unter Applaus ihr Bild vom Universitätsleben vorstellte: „Der Campus ist ein Ort, an dem die eigene Meinung herausgefordert wird und kein Ort, an dem man in seinen Gefühlen bestätigt werden soll.

    In Gesprächen mit einzelnen Studenten höre ich öfters Argumente, die in eine ähnliche Richtung gehen. Interessanterweise sind es vor allem Vertreter der vermeintlich weniger privilegierten Gruppen, die sich hinter vorgehaltener Hand über Auswüchse der Aktivisten beschweren. Ob daraus ein breiter Diskurs wird, wage ich nicht vorauszusagen. Ob die Studentenbewegung sich weiter entwickelt, ob sie sich radikalisiert oder ob beide Seiten pragmatisch nach Lösungen suchen, ist offen. Ich bin allerdings guter Dinge, dass der Zenit der Kuriositäten und der versuchten Zensur überschritten wurde. Gleichzeitig bleibt zu hoffen, dass dieser Trend, anders als so viele US-amerikanische Trends, in Deutschland keinen großen Erfolg haben wird. Einige Phänomene lassen sich leider längst auch an den Hochschulen hierzulande beobachten: Der Aufreger um Münkler-Watch und der absurd verschwurbelt klingende Fachschaftsausschluss einer „Trans*-Person“ an der Berliner Humboldt-Universität dienen hier als Beispiele. Im Idealfall bleiben diese nur Randnotizen und an deutschen Hochschulen bleibt bestehen, was das Studium wesentlich ausmacht: Austausch von Ideen, kontroverse Debatten und auch gewagte Beiträge. Dazu natürlich gerne eine Portion Witz, mit oder ohne Sombrero.

    von Matthias Weierer bearbeitet von Ronja.Bischof 11/8/2016 5:25:36 PM
    • Kugelsicher

    11 Tipps für den Eltern-Besuch

    Regensburg ist nicht nur nachts schön - auch tagsüber gibt es genug zu entdecken. (Foto: Stadt Regensburg)
     
    "Hilfe, meine Eltern kommen am Wochenende zu Besuch" - Diesen Satz werdet ihr nie wieder sagen. Denn mit unseren Tipps seid ihr für den Fall gewappnet, dass eure Eltern mal nach dem Rechten sehen wollen und der Domstadt einen Besuch abstatten. Um der Langeweile im winzigen WG-Zimmer zu entkommen, gibt es nämlich einige spannende Geheimtipps für Ausflüge mit euren Eltern.

    Gott weiß alles, Bierling weiß es besser

    An der Uni Regensburg lehren nicht nur ausgezeichnete Wissenschaftler, sondern auch Hellseher. 
     
    Prof. Dr. Stephan Bierling, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik, bietet in diesem Wintersemester eine Vorlesung zum Präsidentschaftswahlkampf in den USA an. Den Fahrplan des Semesters hat Bierling auf einem Plakat veröffentlicht. Überall auf dem Campus hat er Werbung für seine Vorlesung "Decision 2016: Präsidentschaftswahlkampf in den USA" gemacht. Das Besondere daran: Er weiß als Einziger schon vor der Wahl, wer sie am 8. November gewinnen wird – seine Favoritin Hillary Clinton. Eine Woche nach der Wahl will er in einer seiner Vorlesungen erklären, warum Clinton die Wahl für sich entschieden hat. Im Januar spricht er über die Inauguration der neuen US-PräsidentIN.
    Ist Bierling ein Übermensch? Ein Hellseher? Oder kann er einfach nur gut pokern?
     
     
    Prof. Dr. Bierlings Vorlesungsplan für das Wintersemester 16/17.
     
    Am kommenden Dienstag, 8. November, findet eine Wahlparty im Audimax der Uni Regensburg statt. Um 19.35 Uhr beginnt die Wahlnacht mit einem Gespräch zwischen Bierling und der US-Generalkonsulin Jennifer Gavito. Um 20 Uhr findet eine Podiumsdiskussion statt - vorausgesetzt, Bierling, der immer einiges zu sagen hat, lässt seine Gäste Dr. Gerlinde Groitl und Prof. Dr. Volker Depkat zu Wort kommen. Nach einer anschließenden Dokumentation über den Obama-Wahlkampf zeigen die Veranstalter eine TV-Aktive Berichterstattung mit Kommentaren zum Wahlergebnis auf Großleinwand. Die Rolle des Kommentators übernimmt natürlich derjenige mit der größten Kompetenz - und der, der das Ergebnis wohl schon kennt.
     
    Wer Bierlings Einschätzung nicht abwarten möchte, sollte seiner Eigenwerbung auf Facebook nachgehen, um seine Auftritte in TV und Radio nicht zu verpassen. Außerdem wird nochmal deutlich, wen Bierling an der Spitze der USA sehen möchte: Einen seiner Posts beendet er mit dem Satz "Möge die beste Kandidatin gewinnen".
    von Katharina Eichinger bearbeitet von Ronja.Bischof 11/4/2016 3:49:59 PM
    • Hörsaal

    Schnupperstudium an der Universität Regensburg

    Alle Noch-Nicht-Studenten aufgepasst: In diesen Herbstferien gibt es wieder die Möglichkeit für ein paar Tag Uni-Luft zu schnuppern. Vom 31. Oktober bis 04. November 2016 können Studieninteressierte Vorlesungen und Vorträge besuchen, bei Campus- und Bibliotheksführungen teilnehmen oder auch das Angebot der Studienberatung wahrnehmen. Noch bis morgen läuft die Schnupperwoche und bietet so möglichen künftigen Studenten Hilfe, herauszufinden, ob ein Studium wirklich das ist, was zu ihnen passt. Organisiert wird das Schnupper-Studium von der Zentralen Studienberatung. Wer Interesse an dem Angebot hat, kann morgen um 9:45 Uhr an der Kugel ein letztes Mal zu einer Erkundungstour über den Campus aufbrechen. Die jeweiligen Tagesprogramme können hier  gedownloadet werden. Das nächste Schnupperstudium findet dann erst wieder in den Pfingstferien statt. Viel Spaß allen Teilnehmern und vielleicht: Bis bald an der Uni!
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 11/3/2016 12:52:36 PM
    • Kugelsicher

    Tag der Stipendien

    Am Donnerstag, den 3. November, findet der Tag der Stipendien in der Cafeteria der OTH (Seybothstraße 2) von 9.30 bis 15.30 Uhr statt. Infostände und ein Vortrag informieren Euch über die "Studienförderung mit Stipendium". Die verschiedenen Stiftungen stellen sich vor und geben Euch wichtige Tipps zu Stipendien, von der Bewerbung über die Auswahl bis hin zur Förderung.
     
    • Mach's selber

    Koch selber! Einfach, preiswert und schnell zu machen

    Viele Studenten kennen das Problem während eines langen Tags an der Uni - irgendwann fängt unweigerlich der Magen an zu knurren. Blöd dann, wenn man während der Mensaöffnungszeiten Kurse hat und auch keine 15 Minuten Zeit bleiben, um sich in einer der Cafeten mal eben einen Imbiss zu besorgen. Oft passt einem aber auch nur das Tagesangebot in der Mensa nicht, wenn diese beispielsweise auf die glorreiche Idee kommt eine vegane Woche zu veranstalten, man selbst aber eher der Typ "Tiere hab ich zum Fressen gern" ist. Oder man hat sich spätestens zur Mitte der Woche, bereits so oft Leberkässemmeln und Schinken-Käse-Bagles für zwischendurch gekauft, dass diese einem eigentlich bereits zu den Ohren herauswachsen müssten. Abwechslungsreiche Ernährung sieht auf jeden Fall anders aus, dabei ist es auch für Studenten gar nicht so schwer, sich mit kleinem Geldbeutel und wenig Zeit gesund und ausgewogen zu ernähren. Fakt ist nämlich: Selbstgemacht schmeckt doch immer am besten. Und ist meistens auch preiswerter und gesünder. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, in der nächsten Zeit immer wieder verschiedene Rezepte zu testen und meine Erfahrungen hier für euch bereitzustellen. Also dann, los geht's!

    Teil 1: Hackfleisch-Schnecken zum Mitnehmen für die Pause

    Mein erstes Rezept ist vielleicht nicht unbedingt etwas für Vegetarier/ Veganer - diesen sei aber gesagt, dass sich das ganze auch statt mit Fleisch mit einer Kräuter-Quark-Mischung umsetzen lässt. Da ich aber hin und wieder doch ganz gerne Fleisch esse, habe ich das Rezept mit der Hackfleischfüllung ausprobiert. Zunächst einmal also: Was brauchen wir?
     
    Zutaten (gerechnet für 1 bis 2 Personen)
    • Hefeteig (wahlweise auch fertiger Pizzateig aus dem Supermarkt möglich):
      • 250 gr Mehl
      • 1 Packung Trockenhefe bzw. 1 Würfel frische Hefe
      • 1/2 Teelöffel Salz
      • 1/2 Teelöffel Zucker
      • 4 Esslöffel Olivenöl
      • 150 ml warmes Wasser
    • Füllung:
      • 250 gr Hackfleisch (Rind, Schwein oder Lamm)
      • 2 mittelgroße Zwiebeln
      • 2 Knoblauchzehen (wer will auch mehr, bei mir waren's am Ende 6 Stück :-)) oder Knoblauchpulver
      • 1 Esslöffel Tomatenmark
      • Salz, Pfeffer und andere Gewürze nach Belieben (z.B. scharfer Paprika, Curry, Chilipulver, Pizzagewürz, Basilikum, Oregano etc.)
      • 250 gr geriebener Käse (oder in Würfel geschnittener Scheibenkäse)

    Der Einkauf wär schon mal geschafft!
     
    Zubereitung:
     
    Hefeteig:
    Begonnen wird mit dem Hefeteig, der vor der Weiterverarbeitung allerdings eine halbe Stunde gehen muss. Wem das zu langsam geht, der kann als Alternative natürlich auch auf einen fertigen Pizzateig aus dem Supermarkt zurückgreifen ;-)

    Mehl, Hefe, Salz, Zucker, Olivenöl und Wasser werden in eine Schüssel gegeben ...
     

    ... dann wird gerührt!
     
    Ist der Teig zu einer homogenen Masse geworden, stellt man ihn, abgedeckt mit einem feuchten Tuch, für eine halbe Stunde in den vorgeheizten Backofen (ca. 1-2 Minuten bei 100 Grad Celsius Ober-/ Unterhitze; wieder ausschalten, wenn die  Teigschüssel hineingestellt wird!).
     
    Füllung:
    Während der Teig vor sich hingeht, ist genügend Zeit, um mich meiner Hackfleisch-Füllung zu widmen!

    Nachdem Zwiebeln, Knoblauch und Käse klein geschnitten sind, kann's losgehen. Den Rest des Hackfleisches kann man flachgedrückt in einem Gefrierbeutel einfrieren und dann beim nächsten Mal wieder verwenden :-)
     
     

    Jetzt wird das Hackfleisch in die Pfanne gegeben und unter leichtem Rühren krümelig angebraten ...
     

    ... und Zwiebeln und Knoblauch hinzugegeben.
     

    Zwiebeln und Knoblauch werden gemeinsam mit dem Hackfleisch in der Pfanne angeröstet und anschließend mit Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen je nach Geschmack verfeinert, bis ...
     

    ... das Hackfleisch schön durchgebraten ist. Allmählich kann man jetzt auch den wieder nach dem Teig sehen und ihn aus dem Ofen nehmen.
     

    Allmählich kann man jetzt auch den wieder nach dem Teig sehen und ihn aus dem Ofen nehmen. WICHTIG: Bevor man nun das Hackfleisch weiterverarbeitet, muss man das Gemisch zunächst 5 - 10 Minuten abkühlen lassen, da es sich sonst später nicht im Teig einrollen lässt!
     
     
    Roll it!

    In der Zeit, die das Hackfleischgemisch zum Abkühlen benötigt, lege ich den Hefeteig auf die mit Mehl bestreute Arbeitsfläche, um ihn ...
     

    ... anschließend zu einer Kugelform zu kneten und ihn ...
     

    ... solange mit dem Nudelholz zu bearbeiten, bis er ...
     

    ... zu einer dünnen, glatten Teigfläche geworden ist.
     

    Jetzt kann die inzwischen abgekühlte Hackfleischmasse auf dem Teig verteilt werden, sodass man ...
     

    ... das Ganze problemlos aufrollen kann :-)
     

    Die fertige Rolle kann so natürlich noch nicht in den Backofen. Zuerst wird sie mit dem Messer in kleine, mundgerechte Scheibchen geschnitten. So lassen sie sich auch später leicht in der Pausenbox verstauen!
     

    Die Schneckenform erkennt man schon mal!
     

    Nachdem ich auf jeder Schneggeee noch großzügig Käse verteilt habe, sind sie auch schon bereit für den Backofen. Und allmählich macht sich in mir auch ein leichtes Hungergefühl bemerkbar. Also nichts wie rein in den Ofen!
     

    Zum Glück brauchen meine Hackfleisch-Schneckis nur 25 Minuten bei 220 Grad Celsius Ober-/ Unterhitze. Beim Anblick des langsam schmelzenden Käses, läuft mir das Wasser im Mund zusammen!
     
     
    Et voila!
     

    Nach 25 Minuten sind die Schnecken fertig! Man kann sie jetzt entweder gleich essen (was ich machen werde) oder aber auch am nächsten Tag in die Uni mitnehmen - die Schnecken schmecken auch kalt sehr lecker! :-)
     
    Fazit:
    Ich werde dieses Rezept auf jeden Fall in Zukunft öfters wiederholen, eventuell auch mal in der vegetarischen Variante mit Kräutern und Quark. Sehr praktisch finde ich die relativ kurze Vorbereitungszeit (ca. 20 Minuten; bei Verwendung des Fertigteigs sogar noch kürzer), die mundgerechte Größe der Schnecken, die es möglich macht sie auch einfach in der Brotbox mit in die Uni zu nehmen, sowie die Tatsache, dass ich für alle Zutaten insgesamt im Supermarkt nicht mehr als 10 Euro ausgegeben habe. Die Schnecken schmecken ähnlich wie Pizza und machen definitiv satt. Alles in allem also ein Rezept, dass man ruhig mal ausprobieren kann und das dem Magenknurren an einem anstrengenden Unitag Abhilfe schafft! In diesem Sinne: Guten Appetit! :-)
     
     
     
     
     

     

    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 10/29/2016 1:42:19 PM
    • Jung & Krumm

    Uni doch ein bisschen anders als Schule

    Woche 1 (Montag) : Die Einführungsveranstaltung

    Je näher der Beginn meines "Bachelor of Arts"- Studiums rückt, umso weniger motiviert werde ich. Aber es hilft alles nichts und so mache ich mich am ersten Tag überpünktlich auf den Weg zur ersten Einführungsveranstaltung . Wenn die Motivation schon fehlt, will ich wenigstens pünktlich sein. Außerdem weiß ich, wie unausgeprägt mein Orientierungssinn ist. Obwohl ich wirklich zu früh dran bin, ist im Gang vor dem Audimax schon ziemlich viel los. Na toll, bei den anderen war die Motivation wohl doch da, ist mein einziger Gedanke und so setze ich mich mit meinem Kaffee auf ein freies Plätzchen und beobachtete meine neuen Kommilitonen.  Dass ich ganz klar bei den Jüngeren dabei bin, bemerke ich schnell. Als sich die Tür des Audimax endlich öffnet, drängeln sich die schon wartenden Studenten in den großen Saal. Drinnen angekommen muss ich grinsen: Wie erwartet scharren sich alle um die letzten Reihen, ab der Mitte herrscht gähnende Leere. Kurz überlege ich, dann quetsche auch ich mich ins hintere Drittel. Nach und nach füllt sich das Audimax und somit auch die vorderen Plätze, denn die Veranstaltung ist für alle Bachelor of Arts-Studenten gedacht. Die Begrüßung und Einführung dauert länger als drei Stunden und ich muss zugeben: Danach bin ich nicht recht viel schlauer. Die Informationen häufen sich und irgendwann schalte ich automatisch ab. Notiz an mich selbst: Künftig genügt ein Kaffee wohl nicht. Aber es geht glücklicherweise nicht nur mir so. Immer wieder sehe ich Kopfschütteln in den Reihen oder Studenten, die versuchen, offene Fragen mit ihren Sitznachbarn zu klären. Ein bisschen viel am Anfang ist es schon, aber es muss sich wohl jeder erst einmal einfinden.


    So steuern wir nach dem Entlass aus dem Audimax in die verschiedenen Hörsäle um zu den einzeln Studienrichtungen zu gelangen, in meinem Fall zu Medieninformatik und Informationswissenschaft. Dort wird uns erzählt, was uns in den folgenden Semestern alles erwartet  und wie groß der Lernaufwand sein sollte. Juhu, keine Freizeit mehr, denke ich, aber weiß, dass sie wohl vom Wunschstudenten sprechen und nicht vom durchschnittlichen Ich-mach-nur-das-was-ich-für-meinen-Schnitt-brauche-und-nicht-mehr-Studenten.


    Woche 1 (Donnerstag): Gemeinsames Frühstück und Stundenplanworkshop


    Beim Kennenlern-Frühstückmit meinen neuen Studienkollegen merke ich schnell, dass die Regensburger Uni wohl sehr beliebt ist. Von überall her kommen die Studenten und jeder Dialekt ist vertreten, bloß der bayerische geht mir ein wenig ab. Ich erfahre, dass viele nach dem Abitur erst einmal im Ausland waren oder ein Jahr lang gejobbt und sich von dem Lernstressim Abitur erholt haben. Andere wiederum haben schon das zweite Mal ihren Studiengang gewechselt und hoffen, dass es nun der Richtige für sie ist. So werden die ersten Insider-Unitipps ausgetauscht und nebenbei wird ganz gemütlich gefrühstückt.


    Der nächste große Akt ist das Stundenplan erstellen. Daheim setze ich mich abends hin und mache mich drei Stunden daran, auszutüfteln, wann ich in welche Vorlesung und Übung gehen könnte, sodass sich auch nichts überschneidet. In der Theorie klingt es einfacher, als es tatsächlich ist. Und das, obwohl ich extra noch an meinem freien Vormittag in den Stundenplanworkshop gegangen bin. Aber geschafft hat es am Ende doch jeder und bis ich mich versehe, ist die erste Woche auch schon wieder vorbei.


    Woche 2 ( Montag ): Die Vorlesungen starten und damit auch das Sparen


    Die erste richtige Vorlesungswoche beginnt und so kann man am offiziellen Semesterbeginn  wieder einiges abstauben. Einige Regensburger Clubs wie Beats oder Suite15 verteilen Freikarten und Werbegeschenke am Campus und schon von weitem sieht man, dass es was umsonst geben muss. Denn der Andrang ist eindeutig nicht zu übersehen. Spätestens da weiß auch der letzte, warum  er sich für ein Studium beworben hat.


    In meiner ersten Vorlesung komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Hörsaal ist übervoll und manche müssen sogar auf den Treppen sitzen. Dies würde sich aber spätestens nach ein paar Wochen drastisch ändern, erklärt uns der Dozent. Aufpassen kann ich nicht wirklich, denn ich bin viel neugieriger, wie meine Kommilitonen so sind. Einige sitzen aufrecht, den Blick nach vorne fixiert, vor ihrem Laptop und tippen schon ganz eifrig mit. Ich weiß nicht, was es jetzt schon so viel zu schreiben gibt. Andere prosten sich in den hinteren Reihen vergnügt mit einem Radler, das sie draußen beim Glücksrad gewonnen haben, zu und einige brauchen wohl in den letzten Reihen noch ein bisschen Schlaf. Ab und zu meldet sich auch ein Hund zu Wort. Vorne erklärt uns der Dozent, warum man unbedingt zu allen Vorlesungen erscheinen sollte. Willkommen im Studentenleben, denke ich und hoffe jetzt schon, dass ich das mit den Prüfungen irgendwie hinbekommen werde.


    Woche 2 (Donnerstag) : Get Togetherin der Stadt


    Das legendäre Get Togethersteht vor der Tür. Meine Kommilitonen und ich treffen uns um 21 Uhr am Dom und  es gibt bereits dort das erste Schön-dass-du-gekommen-bist-Schnäpschen. Der Abend geht bis in die späten Stunden. Für die meisten ist das erwünscht, da sie sich auf den Freitag sowieso einen unifreien Tag gelegt hatten, aber ich Glückliche gehöre zu denen, die am Freitagvormittag in eine Übung gehen sollen. So erscheine ich also am nächsten Tag wieder mit einem Kaffee in der Hand im richtigen Raum.

    Immerhin: Unser Tutor war gestern auch dabei.

    von Sabrina Beer bearbeitet von Ronja.Bischof 10/28/2016 2:15:49 PM

    Und was macht man dann damit?

     
    Unter den über 200 angebotenen Studiengängen an der Uni Regensburg gibt es 33 Master-Studiengänge. Foto: Ronja Bischof
     
    Kriminologie und Gewaltforschung, kulturgeschichtliche Mittelalterstudien, Menschenbilder und Werte in Christlicher Hinsicht: Die Fächerauswahl an der Universität Regensburg ist alles andere als langweilig. In der Domstadt gibt es unter den mehr als 200 Studiengängen nicht nur klassische wie Lehramt oder Medizin, sondern auch außergewöhnliche Masterstudiengänge.
     
    Karoline studiert Kriminologie und Gewaltforschung an der Uni Regensburg. Foto: Ronja Bischof
     
    Karoline ist 26 Jahre alt und im zweiten Jahrgang des 2013 eingeführten Studiengangs Kriminologie und Gewaltforschung. Vor zwei Jahren kam sie nach ihrem Bachelor in Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin nach Regensburg. Sie habe sich schon immer für Kriminologie und Gewaltforschung interessiert. Um eine der maximal 50 Masterstudenten zu sein, musste sie - wie alle anderen auch - ein Bewerbungsverfahren bestehen. Einen Numerus Clausus gibt es nicht, allerdings kann eine gute Bachelornote helfen, um zu punkten. Der interdisziplinäre Studiengang beschäftigt sich mit Straftaten und Gewalt sowie deren Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen. Einzelne Teilbereiche sind Psychologie, Biologie, Kultur- und Sprachwissenschaften und soziologische Themen.
     
    Arbeit beim LKA
     
     „Es macht echt Spaß! Man muss aber Freude daran haben, in fremde Disziplinen einzutauchen“, sagt Karoline. Wenn sie eine der heißbegehrten und wenigen Stellen bekommt, will sie nach Abschluss ihres Studiums in der Kriminalprävention beim Landes- oder Bundeskriminalamt arbeiten. Je nachdem, in welchem Fachbereich die Studierenden ihren Bachelor gemacht haben, gibt es weitere Möglichkeiten wie Extremismus- und Terrorismusforschung, Forensik, Gewaltprävention, Jugendarbeit. 
     
    Anna hat ihren Master in Kulturgeschichtlichen Mittelalterstudien fast beendet. Foto: Ronja Bischof
     
    Wer Germanistik oder Geschichte studiert, kommt um Mediävistik, die Forschung des Mittelalters, nicht herum. Für manche ist es aber dann doch gar nicht so schlimm, im Gegenteil: Der Master-Studiengang „Kulturgeschichtliche Mittelalterstudien“ hat seit seiner Einführung 2006 jedes Semester drei bis vier Studenten, im kommenden Wintersemester sind es sogar sechs.
    Anna ist 23 Jahre alt und schreibt gerade an ihrer Masterarbeit. Nach ihrem Bachelor in Geschichte wollte sie keinen allgemeinen Master machen, sondern sich gleich spezialisieren. Der Studiengang hat in Regensburg keinen Numerus Clausus, die Studenten müssen lediglich bei einem Auswahlgespräch überzeugen.
     
    „Das Beherrschen von Mittelhochdeutscher Sprache ist wichtig."
     
    Während der vier Semester können sie sich zwischen sieben Modulen für drei entscheiden. Dazu belegen sie noch Hilfswissenschaften, in denen sie die Mittelhochdeutsche oder Altfranzösische Sprache lernen oder vertiefen. „Das Beherrschen von Mittelhochdeutscher Sprache ist wichtig, da viele Quellenangaben auf mittelhochdeutsch verfasst sind“, erklärt Anna. Das Beste an ihrem Master sei die Interdisziplinarität und der hohe Praxisbezug, sagt sie.  Die Studierenden müssen ein Praxissemester absolvieren, was auch in Regensburg möglich ist: Das Historische Museum oder Thurn und Taxis nehmen immer gerne Masterstudenten auf.  Nach dem Abschluss können die Absolventen in Museen, Archiven oder in der Öffentlichkeitsarbeit von Kulturstiftungen arbeiten. Ein Großteil der Absolventen bleibe aber an der Uni, um zu promovieren, sagt Dr. Susanne Ehrich, Verantwortliche für den Studiengang.
     
    Isabel strebt zwei Masterabschlüsse an: Kriminologie und Gewaltforschung und Menschenbilder und Werte in christlicher Hinsicht. Foto: Ronja Bischof
     
    Menschenbilder und Werte in christlicher Perspektive - was sich auf den ersten Blick wie eine Vorlesung anhört, ist ein kompletter Studiengang. Bachelorabsolventen haben in Regensburg seit 2011 die Möglichkeit, in diesem Master die Kompetenz zu erwerben, ethisch zu handeln. Isabel, 24, hat in Leipzig einen Bachelor in Kreativem Schreiben gemacht. Auf der Suche nach Städten, die ihr gefallen, ist sie auf Regensburg gestoßen und hat beim Durchscrollen auf der Uni-Homepage ihren Masterstudiengang gefunden. Obwohl sie nicht streng religiös ist, hat sie sich beworben. Der Ansturm ist alles andere als groß: Isabel war die einzige Studentin ihres Jahrgangs. Für sie kein Problem, da die meisten Veranstaltungen auch für Studenten anderer Fachrichtungen vorgesehen sind. Zu Beginn des Studiums muss jeder einen Schwerpunkt wählen. Zur Auswahl stehen Pädagogik, Wirtschafts- und Medizinethik. In Zukunft soll der Masterstudiengang noch weiter ausgebaut werden, um das Interesse mehrerer Bachelor-Absolventen zu wecken.
     
    Glaube spielt keine Rolle
     
    Um an der Uni Regensburg für diesen Studiengang angenommen zu werden, muss man weder gläubig noch getauft sein. Trotzdem seien unter den pro Jahrgang ein bis drei Studenten kaum Agnostiker oder Atheisten, so dass es selten zu kritischer Distanz und Diskussionen komme, sagt Isabel. Das ist einer der wenigen Punkte, den sie sich anders erhofft hat. Ansonsten ist sie mit diesem interdisziplinären Studiengang sehr zufrieden, da auch viele zeitpolitische und wirtschaftsethische Fragen geklärt werden. Ob sie nach dem Studium bei einer Organisation, einem kirchlichen Institution oder in einer  Ethikkommission arbeiten will, weiß sie noch nicht - ihr Pflichtpraktikum steht ihr noch bevor.
     
    Auch wenn vielen Studenten der Geisteswissenschaften eine Anstellung als Taxifahrer nachgesagt wird: 50 Prozent der Absolventen haben laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung spätestens ein Jahr nach dem Studienabschluss einen festen Arbeitsplatz. Außerdem konnten sie berechnen, dass die Arbeitslosenquote  nach kurzer Zeit nur noch bei 5 Prozent liege.

    Wie man das Beste aus seinem Studium macht

     
    Kaum ist die erste Uni-Woche vorbei, haben manche von uns festgestellt, dass sich einige gute Vorsätze in der Realität doch nicht so gut umsetzen lassen, wie wir uns das in den Semesterferien so schön ausgemalt haben - schnell ist der innere Schweinehund dann doch wieder größer. Von dem Vorsatz früh aufzustehen, zu allen Vorlesungen zu gehen und dafür die ein oder andere Kneipentour sausen zu lassen, ist spätestens am dritten Tag an der Uni nicht mehr viel übrig. Man macht genauso weiter, wie man das letzte Semester beendet hat - chaotisch, unstrukturiert, mit der handfesten Garantie, dass einem am Ende des Semesters die geballte Ladung Lernstoff wie eine Lawine überrollt. Doch wie kann man das vermeiden? Und wie schafft man es dabei trotz einer ganzen Reihe an Verpflichtungen noch ein Leben abseits von Uni, Jobben und Lernen zu haben? 
     
    Früh aufstehen
    Wie es schon so schön in einer bekannten Werbung heißt: "Der Morgen macht den Tag." Und das gilt auch für das Leben als Student. Wer morgens schon über seinen eigenen Schatten springt und beim Klingeln seines Weckers aufsteht ohne zuvor fünfmal die Snooze-Taste gedrückt zu haben, stimmt sich bereits perfekt ein für einen produktiven Tag. Nicht nur, weil du so im Endeffekt mehr Zeit hast, etwas zu leisten, sondern auch, um dir morgens die Zeit zu nehmen, die du zum "Warmlaufen" für den Tag brauchst. Viel schöner als kurz vor knapp aus dem Bett zu springen, den Kaffee in einem Schwung die Kehle hinunterzuschütten - geschweige denn zu Frühstücken - um dann schlussendlich abgehetzt und das Kissen noch halb im Gesicht im Kurs zu sitzen, ist es doch, sich früh in aller Ruhe fertigzumachen und den Tag so ohne morgendlichen Adrenalin-Schub anzugehen.
     
    Nicht zu viel feiern
    Klar, Scheine kann man wiederholen, Partys nicht. Trotzdem: Man muss im Laufe seiner Studienzeit nicht jede Party mitnehmen. Grundvoraussetzung fürs frühe Aufstehen ist immerhin auch, zu einer angemessenen Zeit zu Bett zu gehen. Fies: Viele Studentenpartys, Kneipentouren und Wohnheimfeste finden auch gerne mal unter der Woche statt, vorzugsweise an Abenden, an denen du am nächsten Tag eigentlich frühmorgens in deiner Vorlesung sitzen solltest. Selbst wenn du es dann aber trotz einer durchgefeierten Nacht vom Bett in den Hörsaal schaffst, nutzt du die Zeit, die du an der Uni verbringst nicht optimal. Der Kater mit all seinen Begleiterscheinungen, von pochenden Schläfen bis hin zu noch immer anhaltendem Schwindelgefühl, reißt dich regelmäßig aus dem Vortrag deines Professors und am Ende hattest du vom Besuch der Vorlesung genauso viel, als wenn du einfach zu Hause im Bett liegen geblieben wärst. Natürlich heißt das nicht, dass man ab sofort nicht mehr feiern gehen sollte, man sollte sich nur darüber bewusst sein, was am nächsten Tag ansteht und seine Abendplanung dahingehend vornehmen. Das Studium sollte allzeit Priorität Nummer Eins haben, zur Not bleibt fürs Feiern ja immer noch das Wochenende - und dann aber ohne schlechtes Gewissen.
     
    Pünktlich sein
    Selbsterklärend: Kein Dozent hat es gerne, wenn 20 Minuten nach Kursbeginn noch immer vereinzelt Nachzügler die Tür zum Seminarraum aufreißen und sich mehr oder minder verstohlen einen Platz irgendwo in der letzten Reihe suchen. Abgesehen davon, dass man sich mit Unpünktlichkeit nicht viele Freunde macht und gleich von Anfang an bei Kommilitonen und Professoren einen unschönen Eindruck von sich selbst vermittelt, tut man sich selbst ebenfalls keinen Gefallen, wenn man es mit der Pünktlichkeit allzu leger nimmt. Immerhin werden oft genau in der ersten Hälfte der Kurszeit wichtige organisatorische Dinge besprochen, Fragen geklärt und  die Inhalte und Zielsetzungen der jeweiligen Sitzung besprochen. Verpasst man also den Anfang der Kurssitzung, entgehen einem möglicherweise wichtige Informationen, die man sich sonst nur wieder mühsam bei seinen Kommilitonen erfragen muss.
     
    Keine Chance der Prokrastination
    Lieblingsschwäche Nummer Eins bei den meisten Studierenden ist, unliebsame Erledigungen so laaange wie möglich nach hinten zu schieben, bis man sie womöglich vergessen hat und einen die Realität dann mit aller Wucht in Form einer Exmatrikulationsdrohung einholt. Ok, ganz so gravierend ist es bei den meisten wahrscheinlich noch nicht, aber seien wir ehrlich: Wir kennen alle das bittersüße Gefühl, dass sich in einem ausbreitet, nachdem man sich auf Netflix 5 Staffeln seiner Lieblingsserie reingezogen hat, obwohl man eigentlich noch für die Klausur am nächsten Morgen lernen sollte. Deren Termin wohlbemerkt seit Anfang des Semesters bekannt war. Die man jetzt aber knickt. Weil man zu spät zu Lernen angefangen hat. Und die Staffel noch zu Ende gucken wollte. Nachdem wir jetzt alle betreten zu Boden geguckt haben, können wir uns dann aber künftig an den Vorsatz halten: Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe Student seine Leistungspunkte. Nur wenn man früh genug zu lernen oder mit dem Schreiben einer Hausarbeit beginnt, kann man sich genügend Zeit nehmen, sich intensiv in das jeweilige Tema hineinzudenken und auch zu verstehen, was man da lernt oder schreibt. Zudem schafft man sich eine Pufferzone, sollte doch irgendetwas Unvorhergesehenes passieren. Einen Tag vor Abgabe der fertigen Hausarbeit ist ein Festplatten-Crash eher schlecht, hat man allerdings noch vier Wochen bis zur Deadline, lässt sich eventuell noch etwas retten.
     
    Realistisch bleiben
    Sicher kann man sein Studium im Schnelldurchgang durchlaufen, nach 4 Semestern schon den Bachelor in der Tasche haben und den Master innerhalb von einem Jahr draufsetzen. Doch zu welchem Preis? Egal wie motiviert man zu Beginn des neuen Semesters sein mag, möglichst viele ECTS-Points einzuhamstern, man sollte sich nie, nie, nie komplett überfordern. Du kannst noch so gut organisiert sein, ein überfrachteter Stundenplan lässt deine Tagesplanung einstürzen wie ein Kartenhaus. Und hat man erst mal den Stress mit einem heillos vollgepfropften Stundenplan zurechtkommen zu müssen, ist's auch mit der Motivation nicht mehr weit her. Als Richtwert wird einem in den Einführungsveranstaltungen immer gesagt, man solle sich pro Semester in etwa 30 ECTS vornehmen - und Leute: Das reicht. Das reicht voll und ganz. Mehr muss nicht. Immerhin sollte der Stundenplan überschaubar bleiben und dir genügend Raum für die Vor- und Nachbereitung der einzelnen Veranstaltungen lassen. Zudem bringt es nichts, wenn man seinen Stundenplan mit x-beliebigen Seminaren und Vorlesungen vollstopft, nur um auf die angestrebte ECTS-Anzahl zu kommen. Besser ist, die Veranstaltungen auszuwählen, die einen auch wirklich interessieren, denn dann geht einem auch automatisch das Lernen leichter von der Hand. Und überhaupt: Ein Semester über der Regelstudienzeit hat nun wirklich noch niemanden umgebracht.
     
     
     
     
     
    von Ramona Rangott bearbeitet von Ronja.Bischof 10/27/2016 4:53:08 PM
    • Kugelsicher

    Mit Schweiß gegen den Uni-Stress

    Akrobatik am Vertikaltuch, Parkour oder Ballett: Die Uni Regensburg bietet mehr als 70 verschiedene Sportarten. (Foto: Archiv)
     
    Der Alltag in der Uni ist oft ziemlich stressig. Ein straffer Stundenplan, jede Menge Stoff und Vorlesungen bis zum Abend bringen viele Studenten an die Belastungsgrenze. Wie gut, dass der Hochschulsport der Uni Regensburg einen Ausgleich bietet. Im campuseigenen Sportzentrum können dutzende Kurse belegt werden. Doch was kostet der Hochschulsport ? Welche Sportkurse werden angeboten ? Wo bekomme ich den Sportausweis überhaupt her ? Diese und weitere Fragen klären wir hier.   
    von Philipp Breu bearbeitet von Ronja.Bischof 10/24/2016 9:44:59 AM
    • Hörsaal

    Warum OTH-BWL-Studenten jetzt Porsches und Hotels testen dürfen

     
    Die BWL-Studenten mit Dozenten und Doris Melchner (links) und Claudia Niebauer (rechts)
     
     
    BWL mit Schwerpunkt Marketing - dieses Studium an der OTH soll den Einstieg in die vielversprechende Branche verschaffen. Aber ohne Praxiserfahrung hat man so gut wie keine Chance. Daher gibt's für Betriebswissenschaftler im siebten Semester das Projektseminar Marketing. Dieses Semester bilden die Marketingexperten Claudia Niebauer und Doris Melchner das Duo, das den Studenten heute spannende Projekte vorstellte. Im Mittelpunkt steht "Look", ein Lifestyle- und Fashion-Magazin für Ostbayern, wofür die Studenten Beiträge produzieren.
     
    Sie erstellen eine Fotostory vom Launch des neuen Porsche Panameras - der ihnen ein paar Tage später auch zur Probefahrt geliehen wird. Sie versuchen sich als Hoteltester und drehen ein Making-Of-Video von einer Look-Aktion. In Gruppen von jeweils drei Personen werden sich die BWLer die nächsten Wochen an die Arbeit machen, in die Praxis des Marketings schnuppern und am Ende auch eine Studienarbeit darüber verfassen. Dafür sind zum Beispiel Benchmarking-Strategien und Social Media sehr wichtig. Claudia Niebauer erklärt die Stärken der Netzwerke: "Man muss bei Social Media vor allem die Chance sehen, dass sich jeder als Talent entdecken kann", sagt sie. "Das ist auch eigentlich total demokratisch, denn das Netz sagt ob du gut bist oder nicht."
     
    Die drei besten Studienarbeiten werden mit einer Gutscheinbox belohnt - "mit der sie dann zum Beispiel einen Panamera kaufen können", scherzt der Professor des Projektseminars Edgar Feichtner.
    • Kugelsicher

    So findet ihr ein Studentenwohnheim

    Im Melanchthonheim gibt es ein „Bierstüberl“, in dem wöchentlich Filmabende veranstaltet werden. (Foto: Tino Lex)
     
    Wusstet ihr schon, dass es im Hiltnerheim einen eigenen Chor gibt und ihr im Melanchthonheim euer Bad reinigen lassen könnt? Auf Mittelbayerische.de beantworte ich alle wichtigen Fragen zu den Wohnheimen in Regensburg.
     
    • Hörsaal

    Wegen schlechten Wetters den ganzen Tag an der Uni? Muss nicht sein.

    Wer Trübsal blasend zu Hause sitzt, weil der Sommer vorbei ist und die kalte Jahreszeit nun an der Tür klopft, hat dazu überhaupt keinen Grund. Denn unsere schöne Stadt Regensburg hat auch in den Herbst- und Wintermonaten einiges zu bieten

    Für die sportlichen unter uns Studenten gibt es zwei sehr spaßige, aber doch körperlich anstrengende Möglichkeiten, um sich bei schlechtem Wetter im Trockenen auszupowern.

    Zunächst einmal die Boulderwelt Regensburg, in der schon viele den Klettersport für sich entdeckt haben, die aber auch für jeden Unerfahrenen einen Besuch wert ist.

    von lipswithbeat via Instagram
     

    Doch wer lieber bei einer altbekannten Sportart bleibt, aber keine Lust auf Matsch und dreckige Sportsachen hat, dem bietet die KickArena Regensburg eine gute Alternative, um mit seinen Freunden trotz Schmuddelwetter die Bälle ins Netz zu befördern.

    DIE LIGA DER WAHREN STYLER - ÄH HELDEN. #bananenflankenliga ⚽️???? #jaysonhisfeet ???? #bflstyle ???????? #straightouttaballnanien ???? #legend #homeboy #gangster ???????? @team_bananenflanke
     
    von jensinho15 via Instagram
     
    Für diejenigen, die den Nervenkitzel bei ihren Aktivitäten brauchen, ist die LaserTag-Arena genau das Richtige, um sich das Adrenalin bei Dunkelheit und Jagdfieber ins Blut zu hetzen.
     
    von lasertagregensburg via Instagram

    Gute Filme gibt es zu jeder Jahreszeit und das schönste Ambiente dazu findet ihr im altbewährten Garbo-Kino. Kleiner Tipp für Tatort-Liebhaber: Sonntags zeigt das Garbo den aktuellen Krimi gratis, ihr müsst nur ein Getränk kaufen.

    Bürgt für Qualität...
     
    von carstenvogel via Instagram

    Passend zu den Lebkuchen, die es jetzt schon wieder in den Supermärkten gibt, dauert es nicht mehrallzu lange und die wohl schönsten Feste Regensburgs öffnen Ende November wieder ihre Tore: die Regensburger Christkindlmärkte.  

    #taken#with#iphone#5s#weihnachtsmarkt#Regensburg
    von _lodou_ via Instagram

    Nicht mal bei tristem Herbstwetter muss man den ganzen Tag an der Uni oder FH verbringen. Raus mit euch! 

    von bianca.bartosz bearbeitet von Ronja.Bischof 9/22/2016 12:12:51 PM
    • Kugelsicher

    Eine Woche im Zeichen der Slowakei

    Am 1. Juli tritt die Slowakei ihre erste EU-Ratspräsidentschaft an. Doch was macht dieses Land eigentlich aus, das man besser nicht mit Slowenien verwechseln sollte. Vom 9.-15. Mai gibt das Europaeum der Universität Regensburg Einblicke in die Welt der Slowaken.
     
    Während der "Europawoche" können Interessierte die Slowakei und ihre Sprache kennen lernen. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und der  slowakische Botschafter Dr. Peter Lizák eröffnen die Veranstaltungswoche mit der Vernissage der Fotoausstellung "Did you know? This is Slovakia." am Montag, den 9. Mai um 12 Uhr im Oberen Foyer der Zentralbibliothek.
     
    Ab 19 Uhr diskutiert dann der slowakische Botschafter unter anderem mit der ehemaligen österreichischen Botschafterin der Tschechoslowakei Magda Vásáryová in H25. Thema der Podiumsdiskussion: "In der Mitte Europas angekommen? Die Slowakei vor der EU-Ratspräsidentschaft."
     
    Außerdem gibt es in den darauf folgenden Tagen Slowakisch-Crashkurse, Kurzfilme der Filmhochschule Bratislava im Leeren Beutel und jeden Tag ein traditionell slowakisches Gericht in der Mensa, wie zum Beispiel Smažený sýr - frittierter Käse mit Pommes; Parané buchty - eine Art Germknödel mit Vanillesauce; und das Nationalgericht der Slowaken, Bryndzové halušky - Kartoffelspätzle.
     
    Das 2000 gegründete Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg, das Europaeum, möchte den interdisziplinären Dialog zwischen dem östlichen und westlichen Europa anregen. Das Ziel ist es, Brücken in Forschung und Lehre zu bauen und Projekte zu initiieren, die Europa zusammenwachsen lassen.
     
    von Tilman Leicht bearbeitet von Ronja.Bischof 5/6/2016 10:33:59 AM
    • Hörsaal


    Learning by Doing in Echtzeit

    Der Studentenfunk ist das Ausbildungsradio der Uni Regensburg. Seit vergangenen Oktober ist der Sender 24/7 on Air - jetzt gibt es auch täglich Liveshows. Die Kugelschreiber waren bei der Auftaktsendung zum Sommersemester dabei.
     
    Die Moderatoren Kira (rechts) und Patrik in Aktion: Der Sound von Sänger Manuel soll perfekt sein. (Foto: Heckler) 
     
    Es ist kurz vor 20 Uhr am ersten Tag des Sommersemesters. Kira und Patrik, beide 19 Jahre alt und Studierende der Medienwissenschaft, treffen ihren heutigen Gast. Manuel, Sänger der Regensburger Band "Ohrange", ist schon zum zweiten Mal beim Studentenfunk, um seine Musik zu präsentieren. Das Studio ist eingerichtet wie ein Jugendraum.
     
    Für Kira und Patrik ist es die erste Erfahrung mit Livemusik im Studio - beim Soundcheck übersteuert die Gitarre, das Insturment ist zu laut, dann zu leise. Noch fünf Minuten bis zum Start der Liveshow. Täglich gibt es im Programm des Studentenfunk ein Sendefenster von 20 bis 21 Uhr mit Aktive Moderation, immer mit verschiedenen Mottos. Montags ist normalerweise die "Azubi-Show" auf Sendung, in der sich der Redaktionsnachwuchs am Mikrophon ausprobieren kann.
     
    Pünktlich um 20 Uhr passt der Sound
     
    Zum Nachswuchs gehören Kira und Patrik, trotz ihres jungen Alters, nicht. Vielmehr bildet das Zweiergespann eine Art Chefredaktion beim sonst hierarchielos organisierten Studentenfunk. Sie wirken bei Planung und Koordination der Sendungen mit und haben einen Überblick über die Organisation. Heute moderieren sie die Auftaktsendung zum neuen Semester. Das Motto: Stichpunkte aufschreiben, Stichpunkte weglegen, drauflos moderieren. 
     
    Die Stimmung im Studio ist gut. Der Sound passt pünktlich um 20 Uhr, ungefähr 50 Leute hören zu. Während der Show können die Zuhörer im Aktive Chat mit den Moderatoren kommunizieren und dem Gast Manuel Fragen stellen. Es gibt mehrere Gesprächssequenzen mit dem Sänger, live vorgetragene Lieder und zwischendrin Charts. "Knapp 2000 Euro Gema-Gebühren mussten wir zahlen, um die Songs spielen zu können", erzählt Patrik. Diese Kosten übernimmt die Universität, ansonsten ist der Studentenfunk finanziell weitgehend auf sich gestellt. Das Studioequipment wird mit Partys finanziert, das Redaktionsteam engagiert sich natürlich ehrenamtlich.
     
    Doch es gibt zumindest für Medienwissenschaftler neben wertvoller Radioerfahrung noch einen anderen Anreiz, beim Studentenfunk mitzumachen: Zehn Leistungspunkte gibt es für eine Teilnahme beim "StuFu". Auch gibt es die Möglichkeit, sich seine Mitarbeit als Praktikum anrechnen zu lassen. 
     
    Der Gast kommt nicht zu kurz
     
    Patrik und Kira sind ein eingespieltes Team. Schon im vergangenen Semester haben sie eine Show zusammen moderiert. Das Duo ist schlagfertig und lässt den Gast nicht zu kurz kommen. Die Zuhörer erfahren, wie Manuel zur Musik gekommen ist (sein Bandkollege hat ihn unter der Dusche singen hören, "Quit playing games with my heart") und wie die Band Ohrange sich entwickelt. In Pausen erzählen die Moderatoren von neuen Projekten: Uni-Nachrichten sind geplant, neue Möglichkeiten des 24/7-Programm sollen erschlossen werden. Warum nicht mal ein Hörspiel produzieren?
     
    Dann zurück zum Gast. Letzter Sendeblock. Manuel soll auf Fragen mit Songs antworten. Zum Abschluss spielen die Moderatoren die Studio-Version eines neuen Ohrange-Songs, und schon ist die  Stunde vorüber. Manuels Schlusswort fasst die Stimmung während der Show gut zusammen: "Das ging ja schnell."
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 4/21/2016 11:06:10 AM
    • Im Profil

    Von 0 auf 100 in drei Sekunden

    Die "Dynamics" der OTH Regensburg bauen Rennboliden für internationale Wettbewerbe der "Formula Student". Jahr für Jahr feilen bis zu 90 Motorsport-Enthusiasten aus allen Fachrichtungen am perfekten Rennauto. 5000 Teilnehmer und 10.000 Zuschauer auf Wettbewerben, Sponsorengelder, Prestige - trotzdem ist die Studenten-Rennserie auf dem Campus erstaunlich unbekannt. Ein Werkstattbesuch.
     
    Ferrari-rotes Interieur: Eine Regalwand in der Werkstatt der "Dynamics". (Fotos: Heckler)  
    Im Maschinenbau-Gebäude der OTH Regensburg stellen die Dynamics ältere Boliden aus. Zwei ältere Modelle... 
    ...ein Stockwerk höher zwei aktuellere Modelle. Rechts der Bolide von 2015. Gewicht: ca. 200 kg, von 0 auf 100 in beeindruckenden drei Sekunden.
    Eine Innenansicht des Cockpits. Der Einstieg fühlt sich an, als zwänge man sich in ein sehr enges Kanu. 
    Probesitzen: Größer als 1,90 Meter sollte der Fahrer nicht sein - und kein Klaustrophobiker. 
    Ausgezeichnet: Die Dynamics gewinnen regelmäßig Preise für ihre Teamleistung. Links zu sehen: der "Longest Travelled Cone". Das bedauernswerte Hütchen geriet in das Fahrgestell der 100-PS-Maschine.
    Im Keller des Maschinenbau-Gebäudes stellen Teammitglieder der Dynamics den neuen Motor auf den Prüfstand. Gesucht: der ideale Zündmoment für die optimale Fahrleistung.
    Der Eingang in das Allerheiligste der Dynamics - die Teamwerkstatt. 
    Dicht an dicht werden Bauteile in Regalen verstaut. 
    Der IT-Bereich der Werkstatt - durch das Fenster geht's auf die private Dachterrasse. 
    Wer bei den Dynamics mitarbeitet, hat oft wenig Zeit für das Studium. Deadlines für internationale Wettbewerbe drängen, der eigene Perfektionsanspurch spornt auch mal zu Nachtschichten in der Werkstatt an.
     
     

    1 von 11

     
    Acceleration, Skid-Pad, Autocross, Endurance: so heißen die Herausforderungen für das Rennteam "Dynamics" auf den internationalen Wettbewerben der "Formula Student". Auf deutsch: Beschleunigung, liegende Acht, Slalom, Hauptrennen. Wer mit Missbilligung notorische Anglizismen wittert, dem sei zur Rechtfertigung der Dynamics gesagt: die offizielle Sprache auf allen Veranstaltungen der "Formula Student" ist Englisch. Es treten Hochschulteams aus ganz Europa gegeneinander an, sogar Kanada schickt regelmäßig Vertreter auf die Rennstrecken.
     
    Und zwar nicht auf irgendwelche Rennstrecken, sondern: auf den baden-württembergischen Hockenheimring, den Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg, den Circuit de Barcelona-Catalunya, um nur eine Auswahl der prestigeträchtigen Veranstaltungorte zu nennen. 2006 fanden erste Rennen der "Formula Student" statt, mittlerweile trifft sich das who-is-who der internationalen Automobilbranche bei den Veranstaltungen. Namhafte Autohersteller, darunter BMW oder Daimler, halten dort Ausschau nach den Autobauern von morgen. Firmen wie Continental zahlen Geldbeträge im sechsstelligen Bereich - nur für einen Werbestellplatz bei den Veranstaltungen.
     
    Insgesamt werden in der "Formula Student" erstaunliche Summen bewegt, wie Michael Lermer erzählt. Der 22-jährige Maschinenbaustudent ist seit Jahren Mitglied der Dynamics und mittlerweile Teamleiter."Bis zu einer halben Million Euro kostet die Konstruktion eines Boliden", sagt Lermer. Die OTH sei der größte Geldgeber des Teams. Der Rest werde von privaten Sponsoren aus der Region finanziert, darunter Continental oder eine bekannte Firma für Chip-Tuning.
     
    Was zählt, ist Leidenschaft für Motorsport
     
    90 Leute arbeiten aktuell im Dynamics-Team. Und nicht nur Maschinenbauer: Die Dynamics haben eine große Wirtschafts- und Sponsoringabteilung, die sich um Finanzen, Sponsoren und Buchhaltung kümmert - vornehmlich Studierende der Wirtschaftswissenschaften übernehmen diese Aufgaben. "Obwohl wir ein Verein sind, agieren wir wie ein Unternehmen", sagt Lermer. Was für eine Mitgliedschaft bei den Dynamics vor allem zähle, so Lermer, sei nicht etwa die Fachrichtung, sondern echte Leidenschaft für Motorsport. "Wir haben auch ein Mädchen aus der Vergleichenden Kulturwissenschaft, das bei uns mitmacht", erzählt Lermer. Die Dynamics sind zwar männerdominiert, doch etwa ein Viertel der Mitglieder sind Frauen. 
     
    Gerade baut das Team einen neuen Boliden für die anstehenden Wettbewerbe im Juli und August. Nur einmal darf ein Team mit einem Auto antreten - das schreibt die "Formula Student" vor. Daher entstehen Jahr für Jahr neue Boliden, stets etwas ausgefeilter konstruiert. "Letztes Jahr war unser Auto mit rund 200 Kilogramm etwas schwer - diese Saison peilen wir 180 Kilo an", sagt Lermer. Um ein möglichst geringes Gewicht zu erreichen, verbauen die Dynamics aufwändige Bauteile aus Carbon. Die einzelnen Bauteile werden von den Sponsoren geliefert und von den Ingenieuren der Dynamics modifiziert.
     
    Im Mai ist das sogenannte "Roll-Out" - dort präsentieren die Dynamics ihre neue Konstruktion vor geladenen Gästen. "In der Regel laden wir befreundete Teams ein, es gibt ein Buffet und eine bunte Abendgestaltung", sagt Felix Rolka. Der 22-jährige studiert BWL und ist seit einem Semester bei den Dynamics. Er freut sich auf seine erste Rennsaison. Und er wundert sich ein wenig: darüber, dass die "Formula Student" trotz vieler Teilnehmer - rund 5000 auf großen Wettbewerben - und namhafter Unterstützer auf dem Campus weitgehend unbekannt ist. Als Mitglied des Wirtschaftsteams will er das in den kommenden Semestern ändern.
     
    Die "Formula Student": Kontaktbörse und interkultureller Austausch
     
    "Wir wollen als Team noch präsenter sein, bei Stadtfesten und bei Campusveranstaltungen", so Rolka. Eine Mitarbeit bei den Dynamics lohne sich, sagt Teamleiter Lermer. "Die Veranstaltungen machen immer riesigen Spaß - darüber hinaus ist die "Formula Student" eine riesige Kontaktbörse. Auch im Lebenslauf ist ein Engagement bei uns gern gesehen.
     
    Neben dem Curriculum wird auch der interkulturelle Austausch gepflegt. Die Dynamics stehen in regem Kontakt zu einem kanadischen Team, Technologie- und Wissenstransfer inbegriffen. "Wir hoffen, das die Kanadier auch dieses Jahr wieder am Hockenheimring starten", sagt Lermer. Eine Teilnahme ist nicht selbstverständlich: Aufgrund der hohen Bewerberzahlen müssen die Rennteams ein Quiz absolvieren, das als Qualifikation dient. Abgefragt werden Regeln und Modalitäten, zudem werden physikalische und mathematische Kenntnisse geprüft. "Bisher haben wir den Test aber jedes Mal geschafft", sagt Rolka.
     
    Am 17. Mai stellen die Dynamics ihren diesjährigen Rennboliden vor - man darf gespannt sein. Hier bekommt ihr einen Eindruck von den Wettbewerben der "Formula Student":
     
    Die "Formula Student" 2015: Da kocht der Hockenheim-Ring. 
    von Bernhard Heckler
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 4/4/2016 1:10:21 PM
    • Im Profil
    Was habe ich nur davor mit meiner Zeit gemacht?

    "Ich war noch nie so oft traurig. Und ich habe noch nie so viel gelacht wie in dieser Zeit", sagt Joséphine Bonduka. (Foto: Sabine Franzl)

    Joséphine Bonduka ist ehrenamtliche Helferin bei CampusAsyl.
    Die 23-jährige hofft, dass ihr Engagement für Flüchtlinge irgendwann nicht mehr so notwendig ist. Die Mittelbayerische Zeitung hat Joséphine einen Tag lang begleitet: In der aktuellen nr.sieben lest ihr in einem ausführlichen Porträt, warum die ehrenamtlichen Helfer noch einen weiten Weg vor sich haben.


    Die Kugelschreiber begleiten die Organisation CampusAsyl schon länger. Hier könnt ihr mehr zum Thema lesen:

    Nochmal leben, auf Deutsch

    "Es ist ein Unding, dass so viele Menschen arbeiten wollen, es aber nicht dürfen"

    Ein deutsch-syrisches Tandem

    • Jung & Krumm

    Von den Wundern der Physik

    Vergangene Woche wurde das Regensburger Donau-Einkaufszentrum zur experimentellen Spielwiese für Jung und Alt. Im Rahmen der Frühjahrstagung der DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) haben Physik-Studierende der Uni Regensburg einen kleinen physikalischen Versuchs-Parcours aufgebaut. Die Kugelschreiber haben ihn ausprobiert. Im Video seht ihr einen menschlichen Körper unter Hochspannung, Geschosse aus Disconebel und große Gefühle - von kindlichem Erstaunen bis zu wütender Frustration.
     
    Physik - Hautnah und zum Anfassen!
    von Bernhard Heckler
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 3/14/2016 2:47:04 PM
    • Jung & Krumm

    Studenten sind...Part 2

     
    Was Google-Nutzer über Studenten denken: Nach wie vor dominiert nicht gerade Bewunderung für Wissenserwerb und akademische Aufopferung. Glaubt man dem Google-Algorithmus, sind die Studenten so faul und dumm wie schon im vergangenen August.
     
    Neu und von weitaus subtilerer Gemeinheit ist dagegen: "Studenten sind der Rost am Schwert der Revolution". Nicht mehr in den Top-Vorschlägen vertreten: "arrogant". Wahrscheinlich, weil die Studenten vor lauter Armut gar nicht mehr die Zeit für eine standesgemäße Portion Arroganz finden.
     
    Arme Akademikergeneration. Die fetten Jahre sind vorbei.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 3/7/2016 1:50:12 PM

    Jowita Jezuit (25) aus der Nähe von Krakau, Polen (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Xavier Larue (24) aus Rouen, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Chloë Orenes (22) aus Vichy, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Basem Qeshta (26) aus Palästina (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Clémence Val (20) aus Montpellier, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Abraham Mendoza (22) aus Mexiko-Stadt (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Petra Múcková (23) aus Bratislava, Slowakei (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
    Loïc Lavelle (22) aus Bordeaux, Frankreich (Foto: Ronja Bischof)
    von @mz_de
     
     

    1 von 8



    Warum Erasmus-Studenten Regensburg lieben

    Seit 1987 gibt es das Erasmus-Programm. Alle EU-Länder sowie die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei nehmen daran teil.

    Zurzeit findet eine Umfrage der Webseite uniplaces.com statt, bei der die beste Erasmus-Stadt Europas gekürt wird. Regensburg war anfangs auf Platz 1. Deshalb haben wir Erasmus-Studenten gefragt, was ihnen an ihrer zwischenzeitlichen Wahlheimat so gut gefällt. Mittlerweile ist Regensburg nur noch auf Platz 3, aber die Umfrage ist noch nicht beendet.

    "Die Vorteile einer großen Stadt in einer kleinen"

    Die schönen Seiten Regensburgs sind vielfältig. Die meisten Erasmus-Studenten schätzen vor allem die historische Altstadt und die Donau.  Auch die Größe der Stadt ist für viele ein Pluspunkt. „Alle Vorteile einer großen Stadt sind in einer kleinen vereint“, sagt die Erasmus-Studentin Clémence aus Montpellier, die zum ersten Mal in Deutschland ist. Das International Office der Universität sollte auf jeden Fall erwähnt werden, meint Abraham, ein anderer Erasmus-Student aus Mexiko-Stadt. „Wir waren alle wie eine große Familie.“ Loïc kommt aus Bordeaux und erklärt, dass alle Klischees, die es über die Deutschen gibt, aus Bayern kommen. Er mag das, genauso wie Wurst, Bier und das Oktoberfest. Basem ist Palästinenser und sehr kulturell interessiert. Er schätzt die Museen in der Domstadt.  Einige haben sich während ihres Erasmus-Semesters sogar so gut eingelebt, dass sie gleich hier geblieben sind. Die ehemaligen Erasmus-Studentinnen Petra aus Bratislava, Jowita aus Krakau und Chloë aus Vichy machen mittlerweile ihren Master an der Universität Regensburg.

    Ein teures Vergnügen

    Natürlich hat jede Stadt auch Nachteile. Beispielsweise fahren in Regensburg keine Nachtbusse. Dann müssen die Studenten entweder auf Taxen ausweichen oder nach Hause laufen. Da viele in Uni-Nähe oder im Studentenwohnheim wohnen, kann letzteres schon mal eine Stunde dauern. Hohe Mietpreise seien auch ein Problem, meint Xavier aus Rouen, der lange nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht hat. Leider sei auch alles aufs Zentrum fixiert, außerhalb der Innenstadt sei nicht viel los, findet Clémence. 

    Trotzdem überwiegen für die Erasmus-Studenten die Vorteile. Viele loben auch die Arbeit des International Office, das die Studenten unterstützt und Ausflüge organisiert. Alle Erasmus-Studenten, die wir befragt haben, fühlten sich insgesamt sehr wohl in ihrer „internationalen, europäischen“ Erasmus-Stadt und würden jederzeit wiederkommen.

    • Jung & Krumm

    Regensburg: Die beste Erasmus-Stadt!

     
    Wer hätte das gedacht: Regensburg führt ein internationales Ranking als beste Erasmus-Stadt Europas an. (Foto: Screenshot erasmuscity.uniplaces.com) 
     
     
    Rund 32.000 Studierende der Regensburger Hochschulen haben es sowieso schon immer geahnt: Die Domstadt ist die beste Uni-Stadt der Welt! Offensichtlich teilen auch internationale Erasmus-Studenten diesen Eindruck - denn Regensburg belegt in einem internationalen Ranking auf der Seite Uniplaces momentan den ersten Platz als "beste Erasmus-Stadt der Welt".
     
    Ein Erasmus-Semester ist ein unvergessliches Erlebnis.Tausende Rückkehrer bringen Eindrücke, Anekdoten und neue Freundschaften zurück in die Heimat. So auch Marco: Der italienische Austauschstudent aus Turin studiert für ein Semester Maschinenbau an der OTH Regensburg. Er hat in der Abstimmung für seine Wahlheimat votiert: "Ich bin begeistert", sagt er. "Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. Die OTH hat viele Treffen organisiert und hilft den Studenten, wo sie kann." Er sei am ersten September angekommen und habe nur wenige Tage später schon viele Freunde gefunden, erzählt Marco.
     
    Marco hat in Regensburg geforscht und Deutsch gelernt
     
    Marco ist einer von 114 Studierenden, die die OTH Regensburg in diesem Wintersemester aufgenommen hat. Während seines Aufenthalts hat er an seiner Masterarbeit geschrieben und Deutsch gelernt. Durch seine Stimme nimmt er wie jeder Teilnehmer an einem Gewinnspiel teil. Vier kleine Fragen zur Stadt müssen zusammen mit dem Voting beantwortet werden, dann winkt möglicherweise eine bezahlte Rückkehr in die Herzensstadt mit zwei Begleitpersonen.
     
    Uniplaces, der Veranstalter des Gewinnspiels, ist ein Online-Marktplatz, wo wohnungssuchende Erasmus-Studenten nach Unterkünften suchen können. Die Seite war für eine Nachfrage nach der Dauer des Gewinnspiels leider nicht zu erreichen. Noch läuft die Abstimmung, Regensburg liegt vor Cadiz und Madrid auf dem ersten Platz.
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 2/9/2016 5:00:00 PM
    • Im Profil
    Nicht zwingend politisch, unbedingt kritisch, bloß kein Sudokuheft werden

    So formuliert die diesjährige Chefredaktion des Studierenden-Magazins Lautschrift ihren Selbstanspruch.
    Diese Woche erscheint die Jubiläumsausgabe - das Sprachrohr der Studierenden wird zehn Jahre alt.

    Die diesjährigen Lautschrift-Chefredakteure Anna,Maximilian und Tilman (v.l.n.r.) besprechen sich. (Foto: Heckler)

    Im Januar 2007 verteilen ein paar Studierende, hauptsächlich Gesellschaftswissenschaftler, ein kostenloses Heft mit der Aufschrift "Fairness" auf dem Campus der Universität Regensburg. Die erste Lautschrift, so schreibt der erste Chefredakteur David Lanius im Vorwort, ist mehr als nur ein Magazin: Sie ist die Stimme der Studierendenschaft. Nicht nur ein schnödes Blatt, sondern "ein Signal der Aufklärung". Oberstes Ziel der Lautschrift sei es, "Neugier und Interesse zu vermitteln", und zwar in "öffentlichen, hochschulpolitischen [...] und wissenschaftlichen Themen."

    Knapp zehn Jahre später sitzen Anna, Tilman und Maximilian vor dem Laptop und arbeiten am Layout der aktuellen Ausgabe. Das Magazin wird dieses Semester etwas umfangreicher als sonst: es ist die 20. Ausgabe, die Lautschrift feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Zum normalen Heft gibt es eine Jubiläumsbeilage.

    Es erscheint mit einem Doppelcover zu den Themen "Mach Mal/Zwanzig!".
    Die Chefredakteure, die aus Amerikanistik und Politikwissenschaft kommen, stellen sich die gleiche Frage wie David Lanius vor zehn Jahren: Was ist der Selbstanspruch, was das oberste Ziel der Lautschrift? "Das Magazin soll irgendwo zwischen Neon und fluter rangieren", sagt Tilman. Seine Kollegen nicken zustimmend. Politisch müsse das Heft nicht zwingend sein, dafür unbedingt kritisch. "Auf keinen Fall soll die Lautschrift zum Sudokuheft verkommen", sagt Anna.

    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich deutlich ab


    Wenn man die aktuellen Ausgaben durchblättert, ist zumindest keine Sudoku-Tendenz augenfällig.
    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich aber deutlich ab. Hochschulpolitik wird nicht mehr behandelt. Das liegt an dem generellen Desinteresse der Studierenden an Hochschulwahlen und anderen Formen der politischen Partizipation. Nicht einmal jeder Zehnte Studierende hat zuletzt sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel gemacht.

    Wissenschaft wird allenfalls boulevardtauglich aufbereitet: Warum ist man eigentlich oft so hungrig, wenn man Alkohol getrunken hat? Außerdem: Tipps für gelungene Papierflieger, Kolumnen, Glossen. "Wir wollen uns in den kommenden Semestern thematisch noch mehr in Richtung Stadt öffnen", sagt Tilman. Die Lautschrift wolle verstärkt kulturelle Themen aus Regensburg aufgreifen, mit studentischem Bezug, aber nicht mehr zwingend auf den Campus beschränkt. Eine Reportage über Street Art  aus dem Heft "Abenteuer" ist ein gutes Beispiel dafür.

    Eine Frage bleibt: Wie kritisch ist die Lautschrift noch? In der Jubiläumsausgabe werden sich verschiedene Redakteure ohne Eitelkeit dieser Frage nähern.


    Ab morgen wird auf dem Campus kostenlos die aktuelle Lautschrift verteilt. Thema: "Mach mal/Zwanzig!".
    • Kugelsicher

    Studienplatzbörse ist eröffnet!

    Wer im Sommersemester mit dem Studium starten will, kann ab heute nach Restplätzen suchen. (Foto: dpa) 
     
    Auf der Suche nach einem Studienplatz? Heute öffnet die Restplatzbörse für Studienplätze der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Auf dieser kostenlosen Plattform können sich alle spätberufenen Bewerber bis zum 30. April nach einem Studienplatz für das kommende Sommersemester umsehen. Mehr Infos gibt es hier.
     
     
     
    von Bernhard Heckler bearbeitet von Ronja.Bischof 2/1/2016 12:29:27 PM
    • Im Profil

    Eine Insel der Spiritualität

    Zwischen Zentralbibliothek, Kugel und PT befindet sie sich und bietet einen Ort der Besinnung für all jene, die im hektischen Studienbetrieb Rast suchen: Die Universitäts-Kapelle lädt zum Glauben, Denken und Lesen ein. Unter Verantwortung der katholischen und evangelischen Hochschulgemeinden finden mehrmals pro Woche Gottesdienste statt, die für viele eine Ergänzung zum irdischen Studieren darstellen. 
    Das warme Licht der Wachskerzen umhüllt das Betongrau der Universitätskapelle mit einer andächtigen Ruhe. (Foto: Harzenetter)
     
    Als Jesus in einer Synagoge die verdorrte Hand eines Mannes heilt, beschließen die Pharisäer, ihn gemeinsam mit den Anhängern des Herodes umzubringen. Er hatte es gewagt, am heiligen Sabbat entgegen den jüdischen Vorschriften zu handeln – indem er die Liebe zum Menschen über eine Idee stellte. „Jedoch zu denken, dass die selbstgerechte Besessenheit einer Theorie ausschließlich den alten Pharisäern vorbehalten sei, ist falsch“, mahnt Hermann Josef Eckl. 
     
    Anhand der Bibelstelle des Markus-Evangeliums veranschaulicht der Hochschulpfarrer der Universität Regensburg die Notwendigkeit, auch mal eine Theorie sterben zu lassen, um einem Menschen zu helfen. Ein knappes Dutzend Studierende folgt aufmerksam den Gedanken Eckls, der mit einer erfrischenden Mixtur aus lockerem Habitus und gebotener Nachdenklichkeit die heutige „Atempause“ in der Kapelle der Universität Regensburg leitet. 
     
    Ort zum Nachdenken, Entspannen und Verschnaufen
     
    Jeden Montag bis Donnerstag findet um 12.10 Uhr die 40-minütige Andacht statt, die fester Bestandteil des Programms der Universitäts-Kapelle ist. Inmitten des oftmals hektischen Campuslebens soll sie ein Ort sein, der zum Nachdenken, Entspannen und Verschnaufen einlädt. „Die meisten Eindrücke des Uni-Alltags sind positiv und bereichernd, aber umso wohltuender ist es, wenn man sie in einem Augenblick der Ruhe auch persönlich wirken lassen kann“, erklärt Eckl das Konzept der Kapelle. Dies gelte ebenso dann, wenn Zeitdruck bei Prüfungen oder offene Fragen über den eigenen Lebensweg einen Studierenden belasten.
     
    Am Mittwoch ist die „Atempause“ als Eucharistiefeier gestaltet. Es herrscht eine behagliche Stimmung, was weniger am charakteristischen Sichtbeton der Uni liegt, der auch für das Gotteshäuschen stilprägend ist. Vielmehr strahlt das warme Licht der weißen Wachskerzen, das Altar, Ambo und Kreuz erleuchten lässt, eine andächtige Ruhe aus. Untermalt wird diese vom regelmäßigen Beten und Singen während des Gottesdiensts, der freilich auf die liturgische Begleitung einer Orgel verzichten muss. Zwar werden katholische Sakramente wie die heilige Kommunion durch das Spenden von Hostie und Wein zelebriert, doch wie das gesamte Kapellprogramm steht auch die "Atempause" Angehörigen aller Konfessionen offen.
     
    Kapelle als spiritueller Kontrast zum Uni-Alltag
     
    Dass in der derzeitigen Prüfungsphase die Uni-Kapelle einen stärkeren Zulauf erfährt, erkennt Eckl insbesondere an der Zahl der Kerzen, die in der Kapelle entzündet werden. „Ich denke, das hängt damit zusammen, dass während der Prüfungszeit sich manche Lebensfragen besonders stark stellen: wird alles gut gelingen? Wie geht es persönlich mit mir weiter?“, mutmaßt Eckl, der seit 2007 Studentenpfarrer an der Uni ist. 
     
    Dass jedoch ausschließlich Studierende der Theologie die 2003 eröffnete Kapelle aufsuchen, ist ein Trugschluss. Christoph ist 25, studiert Lehramt und kommt zur „Atempause“, um sich vom Stress der Uni zu erholen: “Zwar mögen die grauen Wände den Trübsal des Alltags widerspiegeln, doch der Strahl der Kerzen verwandelt die Kapelle zu einem sehr schönen Ort an der Uni”. Auch Theresa studiert Lehramt, seit dem letzten Sommersemester nimmt sie regelmäßig an der "Atempause" teil. “Es ist einfach ein tolles Kontrastprogramm zum oft hektischen Uni-Alltag”, sagt die 21-Jährige, die zudem in der katholischen Hochschulgruppe KHG aktiv ist.
     
    Gemeinsam mit der evangelischen Hochschulgemeinde ESG ist die KHG für das Programm der Kapelle verantwortlich, zu dem neben der „Atempause“ etwa auch der „Morgenimpuls“ gehört. Montags und donnerstags wird der Tag um 7:30 Uhr mit einem Morgengebet begangen - für die früh aufstehenden Kapellgänger sicherlich zu keiner „unchristlichen“ Zeit. 
    von Moritz Harzenetter bearbeitet von Ronja.Bischof 1/29/2016 1:49:42 PM

    Weißwurst mal anders

    Gut angebraten in der Brezenstange, Meerrettich-Preiselbeer-Topping drauf, dazu frischer Schnittlauch: So geht die Radlweisse über die Kiosktheke. Die Industriedesign-Erstsemester haben ihr Semesterprojekt präsentiert.


    Eine Menschentraube rund um die Radlweisse. Foto: Jacopo Foglietti
    Rege Betriebsamkeit an der OTH Prüfeningerstraße: Industriedesigner laufen hin und her zwischen Arbeitsraum und Weißwurststand. Im Arbeitsraum werden die Weißwürste schon mal vorgebraten, am Stand dann an den Kunden gebracht. Schließlich sollen alle Interessenten in den Genuss einer Radlweissen kommen.

    Der Andrang ist groß: Ein Menschentraube hat sich rund um den Kiosk gebildet, der als Fahrradanhänger konzipiert ist.
    Es ist eiskalt am Dienstagnachmittag, der den Höhepunkt des fünfmonatigen Kiosk-Projekts darstellt – die Präsentation. Doch die Köche braten weiter trotz roter Backen und kalter Finger, schließlich gilt es, Ausgaben wieder reinzuholen. Ob das klappt?

    „Alles reinzuholen wird schwer“, sagt Anna Eckl.
    Sie hat zusammen mit einer Kommilitonin die Organisation der Arbeitsgruppen übernommen. „Allein heute haben wir für die Zutaten über 300 Euro ausgegeben.“ Doch der Verkauf soll zumindest einen Teil der Ausgaben refinanzieren. Sie hat zusammen mit einer Kommilitonin die Organisation der Arbeitsgruppen übernommen. Die insgesamt 25 Teilnehmer mussten das gesamte Projekt aus der eigenen Tasche finanzieren.

    Tradition trifft auf Innovation


    Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Kiosk ist schlank und professionell verarbeitet, zusätzliche Bauchläden schaffen mehr Verkaufsfläche.
    Der Imbiss selbst ist raffiniert: Die Weißwurst wird in einer Brezenstange serviert, garniert mit Meerrettich-Preiselbeer-Topping und frischem Schnittlauch.

    „Die Radlweisse ist eine gute Idee“, sagt Prof.
    Matthew Burger. „Tradition trifft auf Innovation.“ Er ist verantwortlich für das Semesterprojekt der Industriedesign-Erstsemester. Für das Gelingen des Kiosk-Projekts waren für ihn zwei Zutaten besonders wichtig: Mut und Fantasie. „Manche der Teilnehmer haben viel Fantasie, sind aber nicht mutig bei der Umsetzung. Andere sind förmlich übermütig, aber fantasielos. Die Mischung in der Gruppe war gut“, sagt Burger.

    Insgesamt ist der Professor zufrieden mit der Umsetzung des Kiosks.
    Der Prototyp funktioniert gut und wird womöglich noch öfter zum Einsatz kommen. Die Industriedesigner dürfen auf gute Noten hoffen.

    Eindrücke der Präsentation seht ihr in der Kugelschreiber-Bildergalerie:


    Auf geht' zum ersten Einsatz! Der Kiosk ist als Fahrradanhänger konzipiert. Fotos: Jacopo Foglietti
    Die Weißwurst kommt in der Brezenstange. Jede Stange wird auf den Millimeter genau aufgeschnitten - mithilfe einer eigens angefertigten Brotschneidemaschine.
    Die Qualität liegt im Detail - die Industriedesigner haben sogar eigene Grillzangen hergestellt.
    Und zwar nicht nur zu Deko. Hunderte Weißwürste wurden gewendet.
    Der Grill wird angeworfen, während sich bereits erste hungrige Interessenten nähern.
    Die Theke des Kiosks ist klein - Bauchläden bringen zusätzlichen Platz.
     Hier wird garniert. Mal sehen, ob die kulinarische Szene Regensburgs das Logo der Radlweissen noch öfter zu sehen bekommt.
    Ein gelungenes Food Design: Die Radlweisse ist hochwertiges Fast Food.
    Es scheint zu schmecken.
     Fairer Preis für Fleischliebhaber und Vegetarier. Natürlich gibt's auch Bier.
    An Kundschaft mangelt es bei der Präsentation wahrlich nicht - trotz vier Grad minus.
    Geschafft: Nach fünf Monaten ist das Projekt Radlweisse abgeschlossen. Die Zufriedenheit ist groß - auch beim Professor (2.v.l.)
     
     

    1 von 12

    • Zur Debatte

    Das Böse editieren

    Mystifiziert, geächtet und tabuisiert, aber selten gelesen: Adolf Hitlers „Mein Kampf“ wurde jahrzehntelang unter Verschluss gehalten. Nach dem Erlöschen des Urheberrechts erschien nun eine kritische Edition, die die manipulativen Verschwörungstheorien durch wissenschaftliche Anmerkungen entkräften soll. Schon bald könnte es auch im Bestand der Universitätsbibliothek Regensburg stehen.

    Das berüchtigte Vermächtnis Adolf Hitlers "Mein Kampf" könnte bald in Form der kritischen Edition in der Regensburger Universitätsbibliothek erhältlich sein. (Foto: dpa)
     
    Wie geht eine Universitätsbibliothek mit dem Werk eines Autors um, dessen Wirken das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte kennzeichnet? Verhältnismäßig strikt. Versuchen Studierende, sich anhand des Regensburger Katalogs unter 3,6 Millionen Medien den Weg zu Adolf Hitlers "Mein Kampf" weisen zu lassen, ergeben sich ungewöhnliche Probleme: Die unheilvolle Kampfschrift findet sich in keinem zugänglichen Regal, lesen können Studierende es nur auf Antrag und mit dem Nachweis des wissenschaftlichen Interesses.
     
    Diesem Sperrschutz liegt der volksverhetzende Charakter des Buchs zugrunde, den der Freistaat Bayern als verfassungsfeindlich einstuft. Über Jahrzehnte machte das Land als Nachlassverwalter Hitlers deswegen von seinem Urheberrecht Gebrauch und verbot den Nachdruck, was wesentlich zur Mystifizierung von „Mein Kampf“ beitrug. Wer das Werk in keinem verstaubten Dachboden fand, musste im Internet oder bei Antiquariaten fündig werden.  
     
    Neuauflage polarisiert
     
    Seit Ende 2015 ist „Mein Kampf“ jedoch „gemeinfrei“: Wie bei jedem anderen Werk verfiel 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers die Schutzdauer, weswegen eine Neuauflage rechtlich möglich wurde. Um zu verhindern, dass die berüchtigte Hetzschrift Leser unwidersprochen erreicht, entschied sich das Münchener Institut für Zeitgeschichte zur Herausgabe einer kritischen Edition. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Rahmen von 3500 Fußnoten, werden Hitlers ideologische Wurzeln aufgezeigt, falsche Angaben richtiggestellt und biographische Angaben korrigiert. 
     
    Ohne Wirbel erfolgte die Neuauflage von „Mein Kampf“ jedoch nicht, die Veröffentlichung von Hitlers Machwerk polarisiert. Befürworter der Neuauflage betonen den Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung für den Nationalsozialismus. Gegner wie Jeremy Adler argumentieren hingegen, dass sich das Böse nicht editieren ließe. Der Brite, der am Londoner King’s College Germanistik lehrt, verurteilt die Verbreitung einer rassistischen Hetzschrift durch eine rechtsstaatliche Institution scharf. 
     
    Kritische Edition öffne nicht Büchse der Pandora 
     
    Dem widerspricht Josef Memminger, akademischer Oberrat am Regensburger Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik, entschieden. Adlers Kritik folge einem Ansatz, der ausschließlich literarisch wertvolle Texte in die Zukunft zu retten beabsichtigt. „Dabei zweifelt kein Historiker an der Bedeutung von „Mein Kampf“ als wissenschaftliche Quelle“, sagt Memminger. Die kritische Edition öffne nicht die Büchse der Pandora, bekräftigt der 45-Jährige. Mit Hitlers Hetzschrift finde seit Jahrzehnten eine wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, Schulbücher etwa würden Textpassagen seit jeher behandeln. 
     
    In der Herausgabe der kritischen Edition sieht Memminger insbesondere für die Pädagogik einen wichtigen Beitrag: Lehrern werde eine leicht zugängliche und wissenschaftliche Kommentierung an die Hand gegeben, die Hitlers Ideologie entlarve und dekonstruiere. Aus diesem Grund beabsichtigt er, bei der Universitätsbibliothek eine Aufnahme des Exemplars in den Bestand zu beantragen. Wie einfach Studierende die kritische Edition dann lesen können, ist jedoch noch unklar. Nach Auskunft der Universitätsbibliothek liegt das Auferlegen eines erneuten Sperrschutzes im Ermessen des bayerischen Justizministerium.
    von Moritz Harzenetter bearbeitet von Ronja.Bischof 1/20/2016 6:28:46 PM
    • Mach's selber
    Happy Birthday, Wikipedia!
    Die digitale Weltenzyklopädie feiert heute ihren 15. Geburtstag. Die Kugelschreiber haben bei den Wikipedia Natives nachgefragt: Welchen Anteil hat die Seite an eurem Studienerfolg? Schon mal gespendet oder gar selbst einen Artikel geschrieben? Und ganz sentimental zum Jubiläum: Was bedeutet euch Wikipedia? Reaktionen und Meinungen seht ihr im Video. 
    Happy Birthday, Wikipedia
    von Bernhard Heckler

    • Kugelsicher
    Von der Uni auf‘s Parkett der Weltpolitik

    Eine Delegation von zwölf Studierenden der Uni Regensburg fliegt im März nach New York, um in die Welt der Diplomatie einzutauchen. Als Teilnehmer der National Model United Nations simulieren sie mit über 5000 weiteren Studierenden aus aller Welt für fünf Tage den Alltag der Vereinten Nationen. Die Aufgabe der Regensburger Delegation dabei: die Vertretung isländischer Interessen.
    Unter der Verantwortung von Prof. Dr. Stephan Bierling (mitte, oben) und der Leitung von Susanne Prechtl (mitte, unten) fliegt die Regensburger Delegation zur NMUN nach New York. (Foto: Prechtl)  

    Im Herzen Manhattans, zwischen First Avenue und dem Ufer des East Rivers, ragt das Hauptquartier der Vereinten Nationen in den New Yorker Himmel. Gewöhnlich trifft sich hier die internationale Gemeinschaft, um in lebhaften Diskussionen Lösungen für die Probleme dieser Welt zu finden. Im kommenden März nehmen die Plätze der hochrangigen Diplomaten jedoch Menschen ein, deren Gesichter die Staatsoberhäupter bislang noch nicht kannten: Rund 5000 Studierende werden im Rahmen der weltgrößten Simulationskonferenz der Vereinten Nationen über die globalen Herausforderungen debattieren, unter ihnen: zwölf Studierende der Universität Regensburg.

    Mittlerweile zum zwölften Mal beteiligt sich die Universität Regensburg mit einer eigenen Delegation an der National Model United Nations (NMUN). Seit 1946 findet die Konferenz statt, an der Studierende aus über 50 Ländern teilnehmen. Die Spielregeln sind so einfach wie herausfordernd: Jeder Delegation wird ein Land zugeteilt, in dessen Rolle die Studierenden schlüpfen. Während der Konferenz vertreten die Jung-Diplomaten dann in verschiedenen Komitees die Interessen der Länder. Die Regensburger Delegation wird 2016 dabei wohl einen Schwerpunkt auf geothermale Energie, den Kampf gegen die Verschmutzung der Meere und ausgeklügelte Allianzpolitik legen: ihnen wurde Island zugelost.

    Reiz des Perspektivwechsels

    Wie viel Spannung verspricht die Vertretung eines Inselstaates, der nur rund doppelt so viel Einwohner wie der Landkreis Regensburg hat? Eine Menge, meint Susanne Prechtl, die das Projekt am Regensburger Lehrstuhl für Internationale Politik betreut. „Der Reiz der NMUN ist der Perspektivwechsel und der findet immer statt, egal welches Land man repräsentiert“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Man vertrete immer einen anderen als den eigenen Standpunkt und versuche, so gut wie möglich der Rolle des jeweiligen Landes gerecht zu werden. Zudem sei Island auch politisch interessant: Ohne eigene Streitkräfte ist es auf ein geschicktes Allianzverhalten angewiesen, zudem ist es Vorbildland und Pionier der erneuerbaren Energien: 100 Prozent des genutzten Stroms werden aus Erdwärme und Wasserkraft erzeugt. 

    Mit diesen Erfahrungswerten kann ein vermeintlich weltpolitisch unbedeutendes Land den Dialog in den verschiedenen Komitees bereichern. Um sich auch als kleines Land bei der NMUN erfolgreich Gehör zu verschaffen, bereiten sich die Regensburger Delegierten ein halbes Jahr auf die fünftägige Simulation vor. „Dazu gehört die intensive Auseinandersetzung mit dem politischen System Islands, seiner Geschichte, Kultur und Gesellschaft, vor allem aber seiner Außenpolitik und seiner Rolle in den Vereinten Nationen“ , sagt Prechtl. Für die Teilnehmer veranstaltet die 26-Jährige eigens eingerichtete Kurse, in denen sie die Delegierten über die Geschäftsordnung der Simulation unterrichtet und bei der organisatorischen Vorbereitung der Exkursion hilft.

    Lohnenswerte Investition

    Die akademischen Hintergründe der Regensburger Delegation sind dabei divers, Studierende aller Fachrichtungen  – ob Jura, Medizin oder Physik – wagen den Rollenwechsel und möchten ihr Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen. Traditionell am stärksten sind jedoch Studierende der Politikwissenschaft in der Delegation vertreten, die theoretisch Erlerntes in der Praxis anwenden wollen. So auch Enno Schulz, der sich dazu entschlossen hat, an der diesjährigen NMUN teilzunehmen. "Die Möglichkeit an einem der vielleicht wichtigsten Orte der Weltpolitik auf 5000 andere Studenten aus der ganzen Welt zu treffen und sich auszutauschen, wollte ich mir nicht entgehen lassen", begründet der 26-Jährige seine Teilnahme.

    Rund 1500 Euro kostet pro Teilnehmer das Gesamtpaket, in dem Flüge nach New York, Unterkunft im Hotel sowie Verpflegung enthalten ist - für viele Studierende ist das kein Pappenstiel. Aus diesem Grund bemüht sich ein eigenes Fundraising-Team darum, Sponsoren zu finden, die die Kosten für die Bildungsreise übernehmen. Enno wird für die Finanzierung zudem auf Erspartes zurückgreifen und von den Eltern unterstützt. Angesichts der hohen Ausgaben bekräftigt er, sich davon nicht abschrecken zu lassen: "Bei einer solchen Gelegenheit sollte man nicht nur auf die Kosten blicken. Vielmehr gewinnt man eine unvergessliche Zeit und jede Menge Erfahrung".

    Die meisten Delegierten reisen bereits ein paar Tage früher an, um auch New York zu erkunden. Dabei treffen sie zudem die isländische Vertretung bei den Vereinten Nationen, um Informationen aus erster Hand zu den Positionen des Landes zu erhalten. Vielleicht bietet sich dabei auch die Möglichkeit, weitere Ratschläge für eine Expedition anderer Art einzuholen: Nach der 
    intensiven Auseinandersetzung mit dem bislang unvertrauten Land planen einige der Delegierten nach Island reisen, um den kleinen Inselstaat mit all seinen Facetten kennen zu lernen und die sagenumwobene Naturvielfalt zu erleben. 


    • Kugelsicher
    Ist die Uni fit für die digitale Zukunft?

    Und muss das wirklich sein, alle 90 Tage das Passwort zu ändern? Martin Wimmer, Leiter des Rechenzentrums an der Uni Regensburg, sagt: Ja und Ja! Warum IT-Sicherheit primär immer lästig ist und wofür das Rechenzentrum demnächst rund zwei Millionen Euro ausgeben will, seht ihr im Kugelschreiber-Videointerview. 

    von roland.jungbauer
    • Kugelsicher
    Zwischen den Jahren: Wie Studierende 2015 ausklingen lassen

    Es ist Ende Dezember, die Uni Regensburg erstrahlt im Grau ihres charakteristischen Sichtbetons, das weihnachtliche Weiß lässt noch immer auf sich warten. Doch dank Glühweinständen, Christbäumen und Weihnachtsfeiern hält allmählich auch am Campus die besinnliche Zeit Einzug. Viele Studierende fahren anlässlich der Festtage in die Heimat - doch wie verbringen sie Weihnachten und Silvester? Ihre Pläne haben sie uns in einer Umfrage erzählt. 

    Wie verbringt ihr Weihnachten? Und was habt ihr an Silvester vor? Studierende der Uni Regensburg gewähren Einblick in ihre Pläne - falls es die schon gibt.
    by Moritz Harzenetter 12/24/2015 5:00:06 AM24. Dezember 6:00


Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht