Die Kugelschreiber
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    Nicht zwingend politisch, unbedingt kritisch, bloß kein Sudokuheft werden

    So formuliert die diesjährige Chefredaktion des Studierenden-Magazins Lautschrift ihren Selbstanspruch.
    Diese Woche erscheint die Jubiläumsausgabe - das Sprachrohr der Studierenden wird zehn Jahre alt.

    Die diesjährigen Lautschrift-Chefredakteure Anna,Maximilian und Tilman (v.l.n.r.) besprechen sich. (Foto: Heckler)

    Im Januar 2007 verteilen ein paar Studierende, hauptsächlich Gesellschaftswissenschaftler, ein kostenloses Heft mit der Aufschrift "Fairness" auf dem Campus der Universität Regensburg. Die erste Lautschrift, so schreibt der erste Chefredakteur David Lanius im Vorwort, ist mehr als nur ein Magazin: Sie ist die Stimme der Studierendenschaft. Nicht nur ein schnödes Blatt, sondern "ein Signal der Aufklärung". Oberstes Ziel der Lautschrift sei es, "Neugier und Interesse zu vermitteln", und zwar in "öffentlichen, hochschulpolitischen [...] und wissenschaftlichen Themen."

    Knapp zehn Jahre später sitzen Anna, Tilman und Maximilian vor dem Laptop und arbeiten am Layout der aktuellen Ausgabe. Das Magazin wird dieses Semester etwas umfangreicher als sonst: es ist die 20. Ausgabe, die Lautschrift feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Zum normalen Heft gibt es eine Jubiläumsbeilage.

    Es erscheint mit einem Doppelcover zu den Themen "Mach Mal/Zwanzig!".
    Die Chefredakteure, die aus Amerikanistik und Politikwissenschaft kommen, stellen sich die gleiche Frage wie David Lanius vor zehn Jahren: Was ist der Selbstanspruch, was das oberste Ziel der Lautschrift? "Das Magazin soll irgendwo zwischen Neon und fluter rangieren", sagt Tilman. Seine Kollegen nicken zustimmend. Politisch müsse das Heft nicht zwingend sein, dafür unbedingt kritisch. "Auf keinen Fall soll die Lautschrift zum Sudokuheft verkommen", sagt Anna.

    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich deutlich ab


    Wenn man die aktuellen Ausgaben durchblättert, ist zumindest keine Sudoku-Tendenz augenfällig.
    Ein Wandel der Lautschrift zeichnet sich aber deutlich ab. Hochschulpolitik wird nicht mehr behandelt. Das liegt an dem generellen Desinteresse der Studierenden an Hochschulwahlen und anderen Formen der politischen Partizipation. Nicht einmal jeder Zehnte Studierende hat zuletzt sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel gemacht.

    Wissenschaft wird allenfalls boulevardtauglich aufbereitet: Warum ist man eigentlich oft so hungrig, wenn man Alkohol getrunken hat? Außerdem: Tipps für gelungene Papierflieger, Kolumnen, Glossen. "Wir wollen uns in den kommenden Semestern thematisch noch mehr in Richtung Stadt öffnen", sagt Tilman. Die Lautschrift wolle verstärkt kulturelle Themen aus Regensburg aufgreifen, mit studentischem Bezug, aber nicht mehr zwingend auf den Campus beschränkt. Eine Reportage über Street Art  aus dem Heft "Abenteuer" ist ein gutes Beispiel dafür.

    Eine Frage bleibt: Wie kritisch ist die Lautschrift noch? In der Jubiläumsausgabe werden sich verschiedene Redakteure ohne Eitelkeit dieser Frage nähern.


    Ab morgen wird auf dem Campus kostenlos die aktuelle Lautschrift verteilt. Thema: "Mach mal/Zwanzig!".
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